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Zwölfjährige missbraucht: US-Megakirchen-Pastor tritt zurück

19.06.2024

Mehrfachen sexuellen Missbrauchs an einem Mädchen beschuldigt: Der Gründer und Leiter der Gateway Church, Robert Morris. Foto: picture alliance/ASSOCIATED PRESS/Alex Brandon
Mehrfachen sexuellen Missbrauchs an einem Mädchen beschuldigt: Der Gründer und Leiter der Gateway Church, Robert Morris. Foto: picture alliance/ASSOCIATED PRESS/Alex Brandon

Der Pastor einer charismatischen Megakirche in Southlake (US-Bundesstaat Texas) ist zurückgetreten, nachdem er drei Tage zuvor eingeräumt hatte, sich als junger Mann in den 1980er Jahren gegenüber einem Mädchen „sexuell unangemessen“ verhalten zu haben.

Es handelt sich um den Gründer und Leiter der konfessionell unabhängigen Gateway Church (Tor-Gemeinde), Robert Morris (63). Er habe die Tat bereut und aufgearbeitet, teilte er mit, wie der US-Nachrichtendienst NBC News berichtet. Morris gehörte zum geistlichen Beraterkreis des früheren US-Präsidenten Donald Trump.

Täter war ein Freund der Familie des Opfers

Die angebliche Reue von Morris bezweifelt die heute 54-jährige Betroffene, Cindy Clemishire. Sie beschuldigte Morris in einer Internetverlautbarung von Anfang Juni, sie von 1982 bis 1987 missbraucht zu haben. Bei den ersten Übergriffen sei sie zwölf Jahre alt gewesen. Morris sei damals Anfang 20 und bereits verheiratet gewesen. Er sei ein Freund ihrer Familie gewesen.

Sie sei mit dem Fall nun an die Öffentlichkeit gegangen, weil sie hoffe, dass daraus etwas Gutes entstehe. Zwar begrüßte sie gegenüber NBC News den Rücktritt von Morris, lieber wäre es ihr aber gewesen, wenn er für sein Fehlverhalten bestraft worden wäre.

In einer Erklärung hatte Morris eingeräumt, dass er das Mädchen seinerzeit berührt und geküsst habe. Zum Geschlechtsverkehr sei es aber nicht gekommen.

Ältestenkreis: Wir wussten nicht, dass es um Kindesmissbrauch ging

Der leitende Ältestenkreis der Gemeinde teilte am 18. Juni in einer Erklärung mit, dass Morris eine unangemessene Beziehung zu einer „jungen Dame“ oft erwähnt und eingeräumt habe. Dass es sich dabei um den Missbrauch eines zwölfjährigen Kindes gehandelt habe, habe man bisher aber nicht gewusst.

Weiter heißt es: „Obwohl es viele Jahre vor der Gründung von Gateway geschah, bedauern wir als Gemeindeleiter, dass wir nicht über die Informationen verfügten, die wir jetzt haben.“ Man habe eine Anwaltskanzlei beauftragt, den Fall zu untersuchen. Zuvor hatten die Ältesten erklärt, dass der Vorfall über 35 Jahre zurückliege und es seitdem keine weiteren moralischen Verfehlungen von Morris gegeben habe.

Morris hatte die Gateway Gemeinde in Southlake im Jahr 2000 gegründet. Sie hatte damals 180 Besucher. Heute zählen ihre Gottesdienste an jedem Wochenende über 25.000 Gäste. Sie unterhält weitere Stationsgemeinden, durch die sie wöchentlich nach eigenen Angaben über 100.000 Besucher erreicht.

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