Glaube
Wie sich Christen in Notzeiten bewährt haben
14.10.2024

Christen in Deutschland erfahren zunehmend Widerstand, wenn sie ihren Glauben außerhalb von Kirchen öffentlich bekennen. Da ist es hilfreich, von denen zu lernen, die sich in einer Diktatur als Christen bewährt haben. Diese Ansicht vertrat der Vorsitzende des Vereins „Glaube, Mut und Freiheit – in der DDR und danach“, Pfarrer Harald Bretschneider (Dresden), gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA.
Aus diesem Grund habe seine Organisation 40 Christen interviewt, die bezeugten, wie das Vertrauen auf Christus durchtrage, auch wenn man von Gegnern umgeben oder in Haft sei. Zu den Gesprächspartnern zählen u. a. Uwe Holmer (1929–2023), Theo Lehmann, Christoph Wonneberger und Vera Lengsfeld.
Bretschneider ist der Initiator der Friedensbewegung „Schwerter zu Pflugscharen“ gewesen. Sie hat mit dazu beigetragen, dass die Friedliche Revolution erfolgreich war. Die jeweils 15 Minuten langen Videogespräche sind ab sofort kostenlos für jeden bis zum 6. Januar 2025 frei verfügbar unter www.glaube-mut-freiheit-ddr.de.
In Schulen, Gemeinden und Hauskreise einsetzen
Bretschneider hofft, dass aus Anlass des 35. Jahrestages des Mauerfalls am 9. November 1989 in vielen Schulen, Kirchengemeinden und Hauskreisen die Filminterviews genutzt werden. Sie seien auch wichtig, um daran zu erinnern, wie brutal die zweite Diktatur in 20. Jahrhundert in Deutschland oft mit Menschen umgegangen sei, die sich nicht für den Sozialismus ausgesprochen hätten.
Alle Interviews wurden mit Hilfe des Filmproduzenten Alexander Thies (Berlin/Halle an der Saale) und seiner Projektleiterin Henriette Gotaut von der Firma NFP hergestellt. Sie sind bekanntgeworden durch ihre in vielen Ländern gesendeten Filme über Martin Luther und Dietrich Bonhoeffer.
Der gemeinnützige Verein „Glaube, Mut und Freiheit - in der DDR und danach“ wurde 2018 von ehemaligen christlichen Bürgerrechtlern wie Ehrhart Neubert, Steffen Reiche, Ulrich Schacht, Thomas Seidel, Matthias Storck und Angelika Barbe gegründet. Alle Projekte müssen durch Spenden finanziert werden.
Altbundespräsident Joachim Gauck (Berlin), der die Gründungsmitglieder zweimal empfangen hat, lobte den Verein als „eine großartige Initiative“, für die er auch persönlich Geld gegeben hat.
Zum 50. Jahrestag der Selbstverbrennung ein Film über Oskar Brüsewitz?
Sollten sich genug Sponsoren finden, will der Verein einen Film über Oskar Brüsewitz produzieren lassen, dessen Selbstverbrennung sich 2026 zum 50. Mal jährt.
Der Pfarrer hatte sich 1976 in Zeitz bei Leipzig aus Protest gegen die Diskriminierung der Christen in der DDR verbrannt. Mit der weltweit aufsehenerregenden Aktion gilt er als ein Wegbereiter des Endes des SED-Regimes. Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich in Brandenburg an der Havel.
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