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Was die Flut an Kirchen und Gemeindehäusern anrichtete

20.07.2021

Bischof Thorsten Latzel besucht eine von Hochwasser betroffene Kirche. Screenshot: Youtube/EKiR
Bischof Thorsten Latzel besucht eine von Hochwasser betroffene Kirche. Screenshot: Youtube/EKiR

Wipperfürth/Bad Neuenahr/Schleiden (IDEA) – Die Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben viele Kirchen und Gemeindehäuser teilweise schwer beschädigt. Das geht aus Mitteilungen von Landeskirchen und freikirchlichen Verbänden hervor. Wie die Evangelische Kirche im Rheinland (Düsseldorf) auf ihrer Internetseite mitteilte, lief etwa das Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Wipperfürth bis zu einer Höhe von 1,40 Metern voll. Die gesamte untere Etage sei förmlich weggespült worden. In einem Anbau der evangelischen „Kirche am Markt“ habe die Flutwelle Küchen, Toilettenanlagen, Möbel, Musikinstrumente und technische Anlagen zerstört. Der Schaden belaufe sich nach ersten Schätzungen auf über 100.000 Euro.

Bad Neuenahr: Kirchengestühl und Instrumente unbrauchbar

In Bad Neuenahr stand die Martin-Luther-Kirche über einen Meter hoch unter Wasser. In Sakristei und Kellerräumen stehe immer noch Wasser oder Schlamm. Das gesamte Kirchengestühl, ein Konzertflügel, eine Truhenorgel und über 200 Gesangbücher seien nicht mehr verwendbar. Im Gemeindeamt der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Neuenahr habe das Wasser neben der Computeranlage auch das komplette Archiv zerstört. Im Gemeindehaus verwüstete die Flut eine Werkstatt, Jugendräume, Materiallager, Heizung und Umluftanlage. Außerdem überschwemmte das Wasser den Kindergarten der Gemeinde und die Wohnräume eines Sozialprojekts.

Meterhohes Wasser und unterspülte Fußböden

In der Eifel seien zwei Kirchen der Evangelischen Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal durch Flutwellen völlig unbrauchbar geworden. In den Gotteshäusern in Gemünd und Schleiden wurden unter anderem Türen aus den Rahmen gerissen und Fußböden unterspült. In der dritten Kirche der Gemeinde in Hellenthal habe es nur leichte Schäden gegeben. In Leverkusen-Opladen überflutete das Wasser die „Kirche am Bielert“. Es habe zeitweise über einen Meter hoch in dem Kirchengebäude gestanden. Auch der Kindergarten und das Verwaltungsgebäude der Evangelischen Kirchengemeinde Opladen wurden überschwemmt.

Viele volle Keller und Erdgeschosse

In weiteren Kirchen und Gemeindegebäuden hätten die Überflutungen zu relativ geringen Schäden geführt. Betroffen waren etwa die Schlosskirche in Eller, die Kapelle der Matthäikirche in Düsseltal, die Thomaskirche in Mörsenbroich, der Diakonie-Kindergarten an der Julius-Raschdorff-Straße in Garath, die Erlöserkirche in Hilden und die Evangelische Jugendbildungstätte Merzbach des Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel. In Haan-Gruiten überflutete das Wasser das Erdgeschoss des Pfarrhauses im historischen Ortskern. In dem Gebäude aus dem Jahr 1764 wohnt Pfarrer Hanno Nell mit seiner Frau und fünf Kindern. Wasser und Schlamm konnten mit Hilfe von Freiwilligen wieder beseitigt werden. In Köln lief Wasser in die Keller mehrerer evangelischer Kindergärten und Jugendhäuser.

Hagen-Dahl: Kanzel aus Verankerung gerissen

Im Bereich der westfälischen Landeskirche wurden vor allem Kirchen im Kirchenkreis Hagen in Mitleidenschaft gezogen. So wurde etwa die Auferstehungskirche in Hagen-Dahl über einen Meter hoch überflutet, teilte der Kirchenkreis auf seiner Internetseite mit. Durch den starken Wasserdruck seien alle Türen verzogen und nicht mehr zu schließen. An einer Seitentür sei Sandstein herausgefallen, der den Türsturz trägt. Dort bestehe Einsturzgefahr. Außerdem sei die Kanzel aus ihrer Verankerung gerissen worden. In anderen Kirchen und Gemeindehäusern seien geringere Schäden entstanden, etwa durch vollgelaufene Keller.

Verwüstete Baptistenkirche in Hagen

In Hagen verwüstete eine Flutwelle außerdem die „Kirche am Widey“ der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Hagen (Baptisten). Das gesamte Gemeindezentrum stand zeitweise über einen Meter hoch unter Wasser. Die gesamte Inneneinrichtung wurde durch das Wasser zerstört. Das Ausmaß der Schäden an dem Gebäude ist noch nicht abzusehen. Auf dem Gelände des freikirchlichen Diakoniewerks Pilgerheim Weltersbach (Leichlingen bei Düsseldorf) kam es zu einem Wassereinbruch in einem Gebäude, wie der Landesverband Nordrhein-Westfalen der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden mitteilte.

FeG-Gemeindehäuser teilweise „völlig unbrauchbar“

Zu erheblichen Schäden kam es auch in Einrichtungen von Gemeinden des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (Witten). So wurde der Keller des Gemeindehauses der FeG Holzwickede vollständig geflutet. Wie die Gemeinde auf Facebook mitteilte, wurde dabei die Einrichtung zum großen Teil zerstört, unter anderem eine Küchenzeile und Toiletten. Im Gemeindehaus der FeG Rheinbach wurde ebenfalls das Kellergeschoss überflutet und stand längere Zeit unter Wasser. Dadurch seien die Räume für Kinder und Jugendliche sowie Räume mit Technik völlig zerstört worden, berichtete die Gemeinde auf ihrer Internetseite. In der deutschsprachigen belgischen Stadt Eupen wurde das Gebäude der FeG Eupen durch die Flutkatastrophe „völlig unbrauchbar“, wie die Gemeinde auf ihrer Internetseite erklärte. „Wahrscheinlich muss erst die Statik kontrolliert werden, bevor wir mit dem Wiederaufbau bekommen können.“

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