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Vorgeburtliche Tests: Politiker fordern Regeln und Bundestags-Debatte

29.07.2022

Eine schwangere Frau. Symbolbild: pixabay.com
Eine schwangere Frau. Symbolbild: pixabay.com

Berlin (IDEA) – Mehrere Bundestagsabgeordnete verschiedener Fraktionen haben vor den Folgen vorgeburtlicher Tests bei Schwangeren gewarnt. Es handele sich um „ethisch hochbrisante Fragen“, die im Bundestag debattiert und entschieden werden müssten, teilte die Bundestagsabgeordnete Corinna Rüffer (Bündnis 90/Die Grünen) am 28. Juli mit.

Ihr zufolge gehören der Gruppe auch die CDU-Abgeordneten Sabine Weiss, Michael Brand und Hubert Hüppe sowie Stephan Pilsinger (CSU), Pascal Kober (FDP), Sören Pellmann (Linke) und Dagmar Schmidt (SPD) an. Die Abgeordneten eine die „Überzeugung, dass das pränatale Screening auf Trisomie 21, 18 und 13 und andere auf keinen Fall zur Routine in der Schwangerschaft werden darf“. Sie betrachteten es „mit großer Sorge“, dass der vorgeburtliche Bluttest seit dem 1. Juli von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet wird. Dieser nicht-invasive pränatale Test (NIPT) gibt anhand des Bluts der Mutter Auskunft über die Möglichkeit einer Trisomie beim ungeborenen Kind.

Wenn als Grund für die Kostenübernahme allein die Besorgnis ausreiche, ein Kind mit Trisomie zur Welt zu bringen, werde das auf eine flächenmäßige Anwendung der Tests hinauslaufen, warnen die Abgeordneten. Wegen der leichten Verfügbarkeit werde eine klare Botschaft gesendet: „Ein Leben mit einer Trisomie ist weniger wert, gesellschaftlich weniger erwünscht und Kinder mit Behinderung lassen sich vermeiden.“ In Dänemark habe sich innerhalb eines Jahres nach der regulären Einführung von vorgeburtlichen Bluttests die Anzahl der neugeborenen Kinder mit Trisomie halbiert.

Abgeordnete: Wir stehen am Beginn einer besorgniserregenden Entwicklung

Die Abgeordneten kritisieren, dass die Entscheidung für die Kostenübernahme bei den Bluttests letztendlich der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitssystem (G-BA) getroffen habe. Das dürfe in Zukunft nicht mehr so sein. Die Debatte müsse im Deutschen Bundestag geführt werden, weil das Thema den „Kern unserer gesellschaftlichen Werte berührt“. Die Gesellschaft stünde erst am Beginn einer besorgniserregenden Entwicklung, „weil weitere Tests auf genetische Dispositionen in der Entwicklung sind und vor der Zulassung stehen“.

Die Abgeordneten fordern, dass „pränatale Screenings, die ausschließlich mit einer selektiven Praxis verbunden sind, nicht zu Standarduntersuchungen während der Schwangerschaft werden, sondern die Ausnahme bleiben“. Ferner wollten sie die Zulassungsverfahren regulieren. Diese dürften nicht einem rein von Angebot und Nachfrage getriebenen Mechanismus folgen.

Lesen Sie hier zur Kassenzulassung vorgeburtlicher Bluttests bei Schwangeren einen Kommentar von der Lebensrechtlerin Alexandra Maria Linder.

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