Frei-/Kirchen
Umfrage zum Vertrauen: Kirchen im Keller
18.07.2024

Die Kirchen in Deutschland stecken in einer tiefen Vertrauenskrise. Das geht aus einer repräsentativen Online-Befragung durch das Marktforschungsinstitut GfK (Nürnberg) im Auftrag der Stiftung für Zukunftsfragen (Hamburg) hervor.
Demnach vertraut lediglich jeder 20. Befragte den Kirchen (fünf Prozent). Schlechter schneiden nur die Parteien bzw. Politiker sowie die Social-Media-Plattformen ab (jeweils drei Prozent). Die Medien liegen knapp vor den Kirchen (sechs Prozent).
Mehrheitlich vertrauen die Bundesbürger derzeit lediglich dem Partner oder der Partnerin (64 Prozent) und Freunden (59 Prozent). Dahinter folgen die Wissenschaft (30 Prozent), Kollegen (16 Prozent), Nachbarn (15 Prozent) und gemeinnützigen Organisationen (14 Prozent).
Für die Erhebung wurden 2.000 Personen ab 18 Jahren befragt. Wie es in einer Auswertung des Instituts heißt, haben Institutionen, die einst als Garanten für Objektivität und Verlässlichkeit galten, in den Augen vieler Bürger an Glaubwürdigkeit verloren: „Medien werden verdächtigt, nicht neutral zu berichten oder bestimmte Interessen zu verfolgen. Kirchen werden – statt als moralische Instanzen – durch Skandale oder als zu dogmatisch wahrgenommen. Politiker wiederum sind oft Ziel von Misstrauen, sei es aufgrund von Unverständnis, unerfüllten Versprechungen oder dem Gefühl der Entfremdung von den Bürgern.“
Die Empfehlung des Instituts: „Sämtliche Institutionen müssen sich verstärkt um Reformen bemühen, die auf mehr Transparenz, Rechenschaftspflicht und Bürgernähe abzielen. Eine offene Kommunikation über Herausforderungen und Fehltritte sowie ein konsequentes Handeln zur Wiederherstellung verlorenen Vertrauens sind entscheidend, um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.“
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