Gesellschaft
Ulm: 1.000 Christen beten gemeinsam mit Juden vor dem Münster
23.10.2025

Fast 1.000 Christen haben auf dem Ulmer Münsterplatz für Israel, für die Menschen im Nahen Osten und die jüdischen Gemeinden in Deutschland gebetet. Das teilte der deutsche Zweig der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ) mit.
An dessen Solidaritäts- und Gebetsveranstaltung am 19. Oktober beteiligten sich auch die örtliche jüdische Gemeinde, die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW), die jüdische Spendenorganisation „Keren Hayesod“ sowie das Ulmer Gebetshaus Lighthouse, die Friedenskirche und eine Gebetsgruppe der „Christen an der Seite Israels“ (CSI).
„Es ist wichtig, an die Gräueltaten zu erinnern, die am 7. Oktober 2023 begangen wurden“, mahnte der israelische Autor Alon Penzel, der als Ehrengast geladen war. Er schrieb das Buch „Zeugnisse ohne Grenzen: Die ungeschönte Wahrheit des 7. Oktober“. Penzel sagte: „Wir müssen den Opfern eine Stimme geben.“
Redner: Eine Synagoge muss stärker bewacht werden als eine Großbank
Der Ortsrabbiner für Ulm und Ost-Württemberg und Polizeirabbiner für Württemberg, Shneur Trebnik, und IRGW-Vorstandsmitglied Michael Kashi (Korntal-Münchingen) berichteten von Anfeindungen, die Juden seit dem Überfall der Terrormiliz Hamas auf Israel in Deutschland erlebten. Fast täglich erhielten die jüdischen Gemeinden Drohbriefe und Beleidigungen.
„Und das nicht mehr anonym, so wie früher, sondern mit Namen und Unterschrift“, so Kashi. „Die Leute schämen sich nicht mehr!“ Eine Synagoge müsse heute stärker bewacht werden als eine Großbank. Wer als Jude auf der Straße erkennbar sei, müsse mit Angriffen rechnen.
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