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Theologe: Ungeimpfte in Krankenhäusern gleich behandeln

28.11.2021

Welche Rolle sollte der Impfstatus eines Patienten für die ärztlichen Versorgung spielen? Foto: pixabay.com
Welche Rolle sollte der Impfstatus eines Patienten für die ärztlichen Versorgung spielen? Foto: pixabay.com

Berlin (IDEA) – Ungeimpfte müssen in Krankenhäusern auch bei Engpässen genauso behandelt werden wir Geimpfte. Dafür hat sich der katholische Theologe Prof. Andreas Lob-Hüdepohl (Berlin) ausgesprochen. Der Sozialethiker ist Mitglied im Deutschen Ethikrat. Bei der ärztlichen Versorgung dürfe der Impfstatus eines Patienten keine Rolle spielen, sagte er in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk.

Bei der Entscheidung über Einsatz und Verteilung von Ressourcen sei die Dringlichkeit des Behandlungsbedarfs das einzige gerechte Kriterium. „Ob ein Mensch im Vorlauf gut gelebt hat, schlecht gelebt hat, gefährlich gelebt hat, ungefährlich gelebt hat, ob er geraucht hat, getrunken, einen schwierigen Job gemacht hat, das ist unerheblich für medizinethische Behandlungsnotwendigkeiten.“ Nach diesem Grundsatz müssten Ungeimpfte gleichgestellt werden, „auch wenn uns das emotional querkommt“.

Das gelte auch für den Fall, dass eine allgemeine Impfpflicht eingeführt werde. Auch dann widerspreche es elementaren Prinzipien der Medizinethik und der Menschenwürde, Ungeimpfte zu benachteiligen. Weiter sagte Lob-Hüdepohl, auch die Erfolgsaussichten dürften etwa für die Reihenfolge der Behandlung keine Rolle spielen. „Wenn es in der höchsten Dringlichkeitsstufe zu einer Konkurrenzsituation kommt, das ist beispielsweise beim Massenanfall von Verunfallten die Situation“, dann werde der zuerst behandelt, der zuerst eingeliefert werde.

Dieser Grundsatz würde ausgehebelt, wenn man die Erfolgsaussichten als Kriterium heranziehe. „Da werden viele Menschen aufgrund ihrer Vorerkrankungen, ihrer Behinderung oder ihres Alters benachteiligt, und das sehe ich ausgesprochen kritisch“, so der Theologe.

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