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Menschenrechte

Theologe: Christen können beim Thema Abtreibung nicht neutral sein

23.09.2022

Thomas Richter (oben) und Markus Voss unterhielten sich auf Instagram im Live-Format. Screenshot: mein.idea
Thomas Richter (oben) und Markus Voss unterhielten sich auf Instagram im Live-Format. Screenshot: mein.idea

Wetzlar (IDEA) – Christen können beim Thema Abtreibung keine neutrale Position einnehmen. Für sie gibt es keine Alternative zum „Pro-Life“-Standpunkt. Davon ist der Diplom-Theologe und Apologet Markus Voss (Ludwigsfelde bei Potsdam) überzeugt. Er war am 21. September Gast beim neuen Liveformat der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA (Wetzlar) – „KAFFEE oder TEEologie?“ – auf Instagram.

Gemeinsam mit IDEA-Redakteur Thomas Richter sprach er über das Thema „Argumente für das ungeborene Leben“. Offiziellen Angaben zufolge endet eine von neun Schwangerschaften in Deutschland mit einer Abtreibung. „Dass wir das einfach als gottgegeben hinnehmen und Frauen mit ihren Kindern hier alleinlassen, ist für Christen absolut unhaltbar“, so Voss. Ihm zufolge ist es eine unsinnige Aussage zu behaupten: „Ich persönlich halte Abtreibungen für falsch, aber ich will nicht anderen vorschreiben, was sie zu tun haben.“ Wer behaupte, dass er sich zu dem Thema nicht positionieren wolle, lüge sich selbst „in die Tasche“, so der 34-Jährige. Diese Person habe sich bereits positioniert, indem sie die Haltung einnehme, dass Leben von Menschen vor ihrer Geburt verhandelbar seien und nicht als „unabdingbar“ zählten.

Scharfe Kritik übt der Theologe deshalb vor allem an der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), deren Gliedkirchen zumeist versuchten, eine vermeintlich neutrale Position einzunehmen. Voss: „Das ist ein Debakel und eine Scham ohne Ende.“ Christen müssten für das Leben sein, da Jesus Christus auch für das Leben sei. Die Bibel habe sehr viel zum Thema „Schutz des ungeborenen Lebens“ zu sagen. So sagt Jesus beispielsweise in Lukas 9,56: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, um Menschenleben zu vernichten, sondern um sie zu retten!“

Voss zufolge sind für Christen die Worte Jesu gültig und bindend. Ihre Aufgabe sei es unter anderem, das Licht der Welt und Salz der Erde zu sein, indem sie etwa gegen Ungerechtigkeit und „Unheiligkeit“ vorgingen. „Solange wir vermeintlich neutral sind und Abtreibung als eine tolerierbare und valide Meinung hinstellen, stehen wir auf der falschen Seite der Geschichte“, so Voss.

Onlinekurs für den Einsatz für ungeborenes Leben

Vor wenigen Tagen hat Voss einen kostenfreien Onlinekurs mit dem Titel „Schlagfertigkeitstraining für deinen Einsatz für ungeborenes Leben“ veröffentlicht. Dieser ist komplett lizenzfrei, sodass jede Person die Inhalte legal weiterverbreiten kann. Laut dem Theologen steckt in dem Kurs sein „ganzes Herzblut“ aus über 15 Jahren Einsatz für ungeborene Kinder. In ihm widerlegt Voss unter anderem die gängigsten Argumente von Abtreibungsbefürwortern und legt dar, was die Bibel zum Thema „Schutz des ungeborenen Lebens“ sagt. Der Kurs ist im Rahmen seines Projekts „Mach dich #bibelfit“ veröffentlicht worden, das Christen dabei helfen möchte, die Bibel tiefgründig kennenzulernen.

Vergangenes Jahr hat er die meistgestellten kritischen Fragen an das Christentum zusammengetragen, beantwortet und in einem Buch mit dem Titel „Kein Gott ist auch keine Lösung – Tipps für deine Gespräche mit Nichtchristen“ veröffentlicht. Das Hörbuch kann kostenfrei auf der Internetseite www.markusvoss.net heruntergeladen werden.

Mehr über die Geschichte und den Dienst von Voss kann man hier nachlesen. Das Gespräch kann weiterhin auf mein.idea angeschaut werden.

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