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Menschenrechte

Syrien: Mehr als 100 Todesopfer bei Angriff des IS

03.02.2022

Die Islamisten befreiten zahlreiche Insassen der Anstalt in der Stadt Al-Hasaka, in der mehrere Tausend Gleichgesinnte festgehalten wurden. Symbolbild: pixabay.com
Die Islamisten befreiten zahlreiche Insassen der Anstalt in der Stadt Al-Hasaka, in der mehrere Tausend Gleichgesinnte festgehalten wurden. Symbolbild: pixabay.com

Al-Hasaka/Genf (IDEA) – Im Nordosten Syriens sind Ende Januar bei einem Angriff der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf ein Gefängnis mehr als 100 Menschen getötet worden. Die Islamisten befreiten zahlreiche Insassen der Anstalt in der Stadt Al-Hasaka, in der mehrere Tausend Gleichgesinnte festgehalten wurden. Sie durchbrachen dabei die Mauern der Einrichtung mithilfe von mit Sprengstoff beladenen Fahrzeugen.

Einige der Angreifer nahmen während des Angriffs Geiseln, die sie als menschliche Schutzschilde missbrauchten. Kurdische Kämpfer konnten das Gefängnis nach mehreren Tagen zurückerobern. Genaue Angaben über die Zahl der Todesopfer auf beiden Seiten gibt es laut Medienberichten noch nicht.

Als Drahtzieher des Angriffs gilt demnach der Anführer des IS, Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraschi, der laut einer Mitteilung von US-Präsident Joe Biden in der Nacht auf den 3. Februar von US-Streitkräften gestellt wurde. Daraufhin habe sich al-Kuraschi gemeinsam mit seiner Familie in die Luft gesprengt. Al-Kuraschi hatte die Führung der Terrormiliz nach dem Tod des selbsternannten „Kalifen“ Abu Bakr al-Baghdadi im Oktober 2019 übernommen.

CARE: Können Sicherheit der Mitarbeiter nicht mehr gewährleisten

Die Hilfsorganisation CARE International (Genf) hat ihre humanitäre Arbeit in Nordostsyrien als Reaktion auf die Kämpfe vorerst eingestellt. Die Sicherheit der eigenen Mitarbeiter und der Partner vor Ort könne aktuell nicht gewährleistet werden, heißt es in einer Mitteilung des Werks.

Die CARE-Länderdirektorin in Syrien, Jolien Veldwijk, warnte vor einer humanitären Katastrophe. Die jüngsten Angriffe kämen zu einer Zeit, „in der die Situation der Menschen bereits einen absoluten Tiefpunkt erreicht hat“. Millionen Familien in Syrien wüssten nicht, wie sie überleben sollen und frieren im kalten Winter, so Veldwijk. Man sei „zutiefst besorgt“ darüber, was die aktuelle Sicherheitslage für die humanitäre Arbeit in Zukunft bedeuten werde. „Wir fordern alle Parteien nachdrücklich auf, die Gewalt zu beenden, damit wir weiterhin denen helfen können, die dringend Hilfe benötigen.“

CARE arbeitet seit 2014 in Nordostsyrien und hat bisher mehr als eine Million Menschen mit lebensnotwendigen Gütern unterstützt. Gemeinsam mit Partnerorganisationen verteilt CARE Lebensmittel, sorgt für Trinkwasser, baut sanitäre Anlagen und schafft Notunterkünfte.

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