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Syrien: Bethel-Kirche in Aleppo leistet Nothilfe nach dem Erdbeben

14.02.2023

Die Menschen haben ihre Wohnungen oder Häuser verloren und sind jetzt obdachlos. Foto: Christlicher Hilfsbund im Orient
Die Menschen haben ihre Wohnungen oder Häuser verloren und sind jetzt obdachlos. Foto: Christlicher Hilfsbund im Orient

Aleppo (IDEA) – Nach dem Erdbeben in der Türkei und in Nordsyrien ist die Armenisch-Evangelische Bethel-Gemeinde in der syrischen Großstadt Aleppo zu einem Zufluchtsort für Obdachlose geworden. Das berichtet das Hilfs- und Missionswerk Christlicher Hilfsbund im Orient (Bad Homburg), das seit Jahren mit der Gemeinde verbunden ist.

Nach den Worten von Gemeindepastor Harout Selimian haben zeitweise bis zu 350 Familien Obdach in der Kirche und dem Innenhof gefunden: „Wir kümmern uns um die Menschen und organisieren die Versorgung der Grundbedürfnisse.“ Man habe die Menschen mit Lebensmittel und Wasser, Kleidung und Decken, Hygieneartikeln und Medikamenten ausgestattet.

Viele Gebäude in der Stadt sind zerstört. Foto: Christlicher Hilfsbund im Orient

Einwohner ohne Hoffnung

Selimian sagte dem US-Fernsehsender NBC, dass durch das Erdbeben viele Gebäude in der Stadt zerstört worden seien. Viele Einwohner hätten kein Zuhause mehr: „Gebäude, die den Menschen vertraut waren, existieren heute nicht mehr.“

Die Menschen hätten nach über einem Jahrzehnt des Bürgerkrieges im Land versucht, ihre zerstörte Stadt wiederaufzubauen. Doch das Beben habe diesen Aktivitäten ein Ende bereitet: „Viele haben jetzt ihre Hoffnung verloren und denken darüber nach, wegzuziehen.“

Die christlichen Viertel in der Stadt seien großteils zerstört worden. Der Geistliche wies darauf hin, dass es einige internationale christliche Hilfswerke gebe, die es schafften, die Christen im Land zu unterstützen. Scharf kritisierte er in dem Zusammenhang die UN-Sanktionen gegen Syrien, nach denen anfangs Hilfslieferungen nicht möglich gewesen seien. Nach Selimians Worten suchten viele Menschen nun Halt in den christlichen Kirchen: „Unsere Zuflucht ist Gott.“ Man brauche diesen Halt, um weiterleben zu können.

In Aleppo lebten vor dem Bürgerkrieg 2011 unter den 2,7 Millionen Einwohnern 400.000 Christen. Vor dem Erdbeben waren es nur noch 30.000.

Der Christliche Hilfsbund im Orient wurde 1896 gegründet, um vor allem den verfolgten armenischen Christen beizustehen. Heute unterstützt er Projekte in Syrien, Armenien und dem Irak, etwa durch Kinderpatenschaften, Kinderferienbibelschulen und die Vergabe von Kleinkrediten. Ziel ist es, Christen vor Ort zu unterstützen. Der Jahresetat des Hilfsbundes mit vier Mitarbeitern liegt bei 600.000 Euro. Geschäftsführer und Theologischer Leiter des in Bad Homburg ansässigen Werkes ist Andreas Baumann.

Der Hilfsbund ist Mitglied der Diakonie Hessen und der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM) sowie assoziiertes Mitglied im Evangelischen Missionswerk (EMW).

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