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Steht der Kirche eine Renaissance bevor?

02.09.2022

v.l.: Der Kirchenpräsident der EKHN, Volker Jung, IDEA-Redakteurin Julia Bernhard und der „Chief Sustainability Officer“ der Deutschen Bank, Jörg Eigendorf. Foto: IDEA/ Klaus Rösler
v.l.: Der Kirchenpräsident der EKHN, Volker Jung, IDEA-Redakteurin Julia Bernhard und der „Chief Sustainability Officer“ der Deutschen Bank, Jörg Eigendorf. Foto: IDEA/ Klaus Rösler

Frankfurt am Main (IDEA) – Auch in Deutschland wird die Kirche eine „Renaissance“ (Wiedergeburt) erleben. Davon ist einer der leitenden Mitarbeiter der Deutschen Bank in Frankfurt am Main überzeugt, Jörg Eigendorf. Als „Chief Sustainability Officer“ kümmert sich der bisherige Konzernsprecher jetzt um die Nachhaltigkeitsaktivitäten der Bank.

Wie er bei einem Empfang der Bank für die 120 Besucher des christlichen Medienkongresses „MOVEO22“ am 1. September in der Mainmetropole sagte, zeigt sich in Krisen immer wieder, dass die Kirche „eine unheimlich starke Rolle“ spiele. Das sei aktuell in der Ukraine der Fall, seitdem das Land von Russland angegriffen wurde. Das sei auch während der Friedlichen Revolution 1989 in der damaligen DDR der Fall gewesen. Derzeit gebe es zahlreiche Krisen. Weil die Ukraine die Kornkammer Europas sei, aber ihr Getreide nicht in vollem Umfang exportieren könne, rechnet Eigendorf mit einer Hungerkatastrophe.

Auch hierzulande stiegen die Nahrungsmittelpreise weiter als Folge der gegenwärtigen Dürre in Europa: „Darauf müssen wir Antworten finden.“ Nötig sei eine Transformation in eine „grüne Wirtschaft“, die nachhaltig geprägt sein müsse. In allen diesen Fragen sei auch die Kirche gefragt, sagte der bekennende Christ.

Reden wie Habeck

Nötig sei in allen Fällen eine offene Kommunikation, die von Klarheit und Glaubwürdigkeit geprägt sei, wie sie etwa vom Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) praktiziert werde: „Der geht raus und redet mit den Leuten, so dass sie ihn verstehen.“ Eigendorf rief die Kirche dazu auf, alle Kanäle zu nutzen, um möglichst viele Menschen mit dem Evangelium von Jesus Christus zu erreichen.

Kirchenpräsident Jung: Glauben wecken

Das unterstrich auch der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung (Darmstadt). Sie verfolge mit all ihren Aktivitäten, auch im Internet, das Ziel, Glauben zu wecken. Das habe man aber nicht in der Hand, weil es „ein Geschenk des Heiligen Geistes“ sei. Besonders hob Jung das Format „Meet and Pray“ (Treffen und Beten) hervor, dass die EKHN mit ihren Partnerkirchen in Afrika, Asien, den USA sowie in Polen und Tschechien verbinde: „In so einer Gemeinschaft zu beten, das hat mich geistlich bewegt.“ Zugleich räumte Jung ein, dass ihm analoge Gottesdienste lieber seien als digitale am Bildschirm.

Die Diskussionsrunde wurde von der Redakteurin der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA, Julia Bernhard, moderiert. Im Trägerkreis des Kongresses arbeiten zahlreiche christliche Initiativen und Werke mit. Mit dabei sind neben IDEA unter anderem Bibel TV (Hamburg), das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP/Frankfurt am Main), die Christliche Medieninitiative pro, ERF – der Sinnsender (beide Wetzlar) sowie die Stiftung Marburger Medien.

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