Glaube
Shell Jugendstudie: Gebet spielt im Alltag eine geringere Rolle
16.10.2024

Gebet spielt im Alltag von Jugendlichen in Deutschland eine geringere Rolle als noch vor rund 20 Jahren. Das geht aus der am 15. Oktober in Berlin veröffentlichten 19. Shell Jugendstudie hervor.
Der Studie zufolge beten von allen 12- bis 25-Jährigen 18 Prozent mindestens einmal in der Woche, 31 Prozent seltener und 49 Prozent beten laut eigener Aussage nie. Zum Vergleich: Letzteres sagten im Jahr 2002 nur 29 Prozent. Das gilt der Studie zufolge vor allem für die Angehörigen der beiden großen Konfessionen.
Muslimische Jugendliche hingegen seien nicht nur besonders „glaubensfest“, sie integrierten ihren Glauben auch deutlich stärker in ihren Alltag. 37 Prozent der jungen Muslime beten laut der Studie ein oder mehrmals am Tag, weitere 26 Prozent zumindest ein oder mehrmals in der Woche. 13 Prozent beten nach eigener Auskunft nie.
Glaube an Gott insbesondere bei katholischen Jugendlichen rückläufig
Ferner geht aus der Studie hervor, dass der Glaube an Gott für junge Menschen, die der römisch-katholischen Kirche angehören, in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich an Bedeutung verloren hat. 2002 sagten 51 Prozent, dass er ihnen wichtig sei, heute sind es nur noch 38 Prozent. Bei evangelischen Jugendlichen zeigt sich ein ähnlicher Trend. Jedoch lag der Anteil derjenigen, denen der Glaube an Gott wichtig war, bereits damals niedriger.
2002 war er für 38 Prozent bedeutsam und jetzt für 35 Prozent. Bei muslimischen Jugendlichen hingegen ist der Glaube an Gott deutlich wichtiger und über die Zeit weitgehend stabil auf hohem Niveau geblieben (79 Prozent gegenüber 72 Prozent im Jahr 2002).
Der Studie zufolge gehört nur noch die Hälfte aller 12- bis 25-Jährigen in Deutschland einer der beiden großen Kirchen an. 2002 waren es noch zwei Drittel. Der Anteil muslimischer Jugendlicher stieg in diesem Zeitraum demnach von 4 auf 12 Prozent an.
Die Shell Jugendstudie untersucht seit 1953, wie und mit welchen Einstellungen junge Menschen in Deutschland ihr Leben meistern. Für die 19. Shell Jugendstudie wurden rund 2.500 junge Menschen im Alter zwischen 12 und 25 Jahren befragt. Sie trägt den Untertitel „Pragmatisch zwischen Verdrossenheit und gelebter Vielfalt“.
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