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Sexualisierte Gewalt: Christliche Pfadfinder starten Aufarbeitungsprozess

16.01.2024

Der VCP hat zwei unabhängige Forschungsinstitute mit der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle zwischen 1973 bis 2020 beauftragt. Symbolfoto: pixabay.com
Der VCP hat zwei unabhängige Forschungsinstitute mit der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle zwischen 1973 bis 2020 beauftragt. Symbolfoto: pixabay.com

Kassel (IDEA) – Der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP/Kassel) startet nach eigenen Angaben als erster evangelisch geprägter Jugendverband einen umfassenden Aufarbeitungsprozess zu sexualisierter Gewalt. Er ruft Betroffene und Zeitzeugen auf, sich daran zu beteiligen.

Der VCP hat zwei unabhängige Forschungsinstitute mit der Aufarbeitung beauftragt: Dissens – Institut für Bildung und Forschung (Berlin) und das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (München). Es geht um die Zeit zwischen 1973 bis 2020.

Wie es in einer Mitteilung vom 15. Januar heißt, möchte der VCP den Betroffenen gerecht werden und eine kritische Auseinandersetzung im eigenen Verband fördern. Das bedeute auch, Strukturen infrage zu stellen und diese zum Wohl von Kindern und Jugendlichen zu überprüfen.

VCP-Bundesvorstand Peter Keil erklärte, dass in dem Verband seit der Gründung 1973 Zehntausende junge Menschen aktiv waren. Dabei sei es nicht immer gelungen, die Mitglieder vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Aktuell seien 64 Altfälle bekannt. „Wir müssen davon ausgehen, dass es weitere Fälle gegeben hat“, so Keil. Man bedaure sehr, dass Fälle sexualisierter Gewalt jahrzehntelang verschwiegen worden seien.

Peter Caspari vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung erklärte zu dem Prozess: „Bei den Interviews mit Betroffenen, Zeitzeug*innen und Vertreter*innen des VCP sichern wir absolute Verschwiegenheit in Bezug auf persönliche Daten zu und gewährleisten Anonymität. Die interviewten Personen sollen eine größtmögliche Kontrolle über den Verlauf der Gespräche haben, so ist etwa ein Abbruch jederzeit möglich. Zudem können Betroffene im Bedarfsfall an psychosoziale Beratungsangebote weitervermittelt werden.“

Betroffene und Zeitzeugen können sich bei den Forschungsinstituten per Mail unter aufruf-vcp@ipp-muenchen.de melden oder unter der Telefonnummer 089-5435977-0 (Dienstag 10-13 Uhr, Donnerstag 12-15 Uhr). Nach Angaben des VCP sind bundesweit rund 20.000 (junge) Menschen in 650 Stämmen (Ortsgruppen) aktiv. Etwa 5.000 engagieren sich ehrenamtlich.

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