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Sexualisierte Gewalt: Betroffene loben die EKD

08.11.2022

Auch in der Evangelischen Kirche gab es Fälle von sexualisierter Gewalt. Symbolfoto: pixabay.com
Auch in der Evangelischen Kirche gab es Fälle von sexualisierter Gewalt. Symbolfoto: pixabay.com

Magdeburg (IDEA) – Vertreter der Betroffenen von sexualisierter Gewalt haben auf der EKD-Synode in Magdeburg das „Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt“ (BeFo) der EKD gelobt.

Hintergrund: Das Gremium wurde in der ersten Jahreshälfte gebildet und hat am 1. Juli offiziell seine Arbeit aufgenommen. Es soll die Federführung bei der Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt in evangelischer Kirche und Diakonie übernehmen. Ihm gehören neben Kirchenvertretern auch Betroffenenvertreter an. Für Beschlüsse des Beteiligungsforums ist jeweils eine Mehrheit unter den Betroffenen als auch unter den kirchlichen Beauftragten notwendig. Vor seiner Gründung lag die Federführung bei der Aufarbeitung beim Beauftragtenrat der EKD. Er sollte von einem Betroffenenbeirat beraten werden. Die Gründung dieses Beirates war im vergangenen Jahr aber gescheitert, weil Betroffene Kritik an dieser Konstellation geäußert hatten. Sie forderten eine stärkere Mitsprache.

Der Betroffene Detlev Zander (Plattling/Niederbayern) sagte am 8. November vor der Synode, Kirche und Diakonie hätten mit der Bildung des BeFo eine Vorreiterrolle übernommen. Das Gremium ermögliche in vorbildlicher Weise die Mitwirkung der Betroffenen am Aufarbeitungsprozess. Jetzt müssten in allen Landeskirchen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass eine Kultur des Hinsehens und Helfens entstehe.

Kirchenpräsidentin Wüst wird neue Sprecherin

Der bisherige Sprecher des Beauftragtenrates, der braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns (Wolfenbüttel), erklärte, mit der Bildung des Forums seien alle Beteiligten in einen Dialog eingebunden worden. Meyns wird am 1. Dezember als Sprecher des Beauftragtenrates turnusmäßig von der Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz, Dorothee Wüst (Speyer), abgelöst. Sie sagte vor der Synode, die Fälle sexualisierter Gewalt in evangelischer Kirche und Diakonie müssten konsequent und systematisch aufgearbeitet werden. Dafür würden unabhängige Aufarbeitungskommissionen gebildet. Derzeit werde außerdem im Rahmen einer großangelegten Studie das Ausmaß von sexualisierter Gewalt in evangelischer Kirche und Diakonie untersucht. Neue Taten müssten durch flächendeckende Prävention und Sensibilisierung verhindert werden.

Die Betroffene Nancy Janz (Bremen) sagte vor der Synode, bisher seien der EKD 757 Fälle sexualisierter Gewalt gemeldet worden, die sich seit 1949 im Raum der evangelischen Kirche und der Diakonie ereignet hätten.

Die EKD-Synode tagt vom 6. bis 9. November in Magdeburg.

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