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Schicksal der verfolgten Christen „darf uns nie gleichgültig sein“

05.07.2023

Die Religions- und Weltanschauungsfreiheit ist vielerorts auf der Welt eingeschränkt oder verboten. Foto: OpenDoors
Die Religions- und Weltanschauungsfreiheit ist vielerorts auf der Welt eingeschränkt oder verboten. Foto: OpenDoors

Berlin (IDEA) – Vertreter beider großer Kirchen in Deutschland haben dazu ermuntert, sich für verfolgte Christen und Angehörige anderer Religionen in aller Welt einzusetzen. Anlass war die Vorstellung des „3. Ökumenischen Berichts zur Religionsfreiheit weltweit“ am 5. Juli in Berlin.

Der 182 Seiten umfassende Bericht soll dazu dienen, die Stimmen der Kirchen gegenüber der Politik und den internationalen Organisationen sowie in der akademischen und zivilgesellschaftlichen Welt besser hörbar zu machen.

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Bertram Meier (Augsburg), erklärte: „Wir als Kirchen in einem freien Land sehen es als unsere Glaubenspflicht, den diskriminierten und manchmal gar massiv verfolgten Christen zur Seite zu stehen. Ihr Leid bedrängt uns. Ihr Schicksal darf uns niemals gleichgültig sein.“

Die Auslandsbischöfin der EKD, Petra Bosse-Huber, sagte: „Das Recht auf Religionsfreiheit gilt allen Menschen. Insofern beziehen wir Angehörige anderer Religionen ebenso ein wie auch Menschen, die keine Religion haben.“

Wie in einer Mitteilung der beiden Kirchen heißt, wurde der Bericht von Wissenschaftlern und Experten aus kirchlichen Organisationen vorbereitet. Er trägt den Titel „Eine christliche Perspektive auf ein universelles Menschenrecht“. Der Mitteilung zufolge geht der Bericht wie bereits 2013 und 2017 zurückhaltend mit Opferzahlen um, da diese stets als anfechtbar und damit methodisch problematisch eingeschätzt würden.

„Hotspots der Repression gegen die Religionsfreiheit“ seien weiterhin die autoritär-repressiven Systeme, die dem Eigenleben der Religion ablehnend gegenüberstünden, sowie „einige muslimische Länder“. Als Länderbeispiele werden unter anderem China, Indien, Israel und Palästina, Russland, Syrien, der Irak und die Türkei aufgeführt.

EAK der CDU/CSU: Der Bericht ist ein wichtiges Instrument

Der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU/CSU, Thomas Rachel (Düren), begrüßte den Bericht. Dieser sei ein wichtiges Instrument, „um auf die dramatische Situation von Christen und anderen Religionsangehörigen in aller Welt hinzuweisen“.

Ein Beispiel hierfür sei China: Die Religions- und Weltanschauungsfreiheit werde insbesondere seit Amtsantritt von Staats- und Parteichef Xi Jinping 2013 auf allen Ebenen und für alle Religionen immer stärker eingeschränkt.

Auch für Russland sei der Blick eher pessimistisch: Das ukrainische Institut für Religionsfreiheit in Kiew berichte, dass seit 2014 in den von Russland besetzten Gebieten Entführungen, Folterungen und außergerichtliche Hinrichtungen von Mitgliedern verschiedener Religionsgemeinschaften stattgefunden hätten. Diese Aggressionen hätten sich seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 verstärkt.

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