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Rat an Christen: In den Medien Präsenz zeigen

10.06.2024

v. l.: Der Vorsitzende der Christlichen Medieninitiative pro, Hartmut Spiesecke, die für Religion zuständige Redakteurin beim öffentlich-rechtlichen Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), Dorothee Adrian, der TV-Journalist und Buchautor Markus Spieker und Moderator Andreas Loos. Foto: IDEA/Daniel Scholaster
v. l.: Der Vorsitzende der Christlichen Medieninitiative pro, Hartmut Spiesecke, die für Religion zuständige Redakteurin beim öffentlich-rechtlichen Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), Dorothee Adrian, der TV-Journalist und Buchautor Markus Spieker und Moderator Andreas Loos. Foto: IDEA/Daniel Scholaster

Christen sollten in den Medien selbstbewusster auftreten. Dazu haben die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion am 9. Juni beim 99. Jahresfest des Diakonissen-Mutterhauses St. Chrischona in Bettingen bei Basel aufgerufen. Der Vorsitzende der Christlichen Medieninitiative pro, Hartmut Spiesecke (Berlin), kritisierte in diesem Zusammenhang vor rund 120 Zuhörern eine falsch verstandene Demut der Kirchen.

Es sei zwar grundsätzlich richtig, als Christen bescheiden aufzutreten, aber die Kirchen kommunizierten vieles nur unzureichend, worauf sie stolz sein könnten. Beispielsweise habe die Diakonie vor 30 Jahren einen wichtigen Beitrag bei der Gründung von Hospizen in Deutschland geleistet. Die Kirchen sollten sich seiner Ansicht nach eher auf ihre Stärken besinnen, statt auf jeden „fahrenden Zug aufzuspringen“.

Insbesondere die evangelischen Landeskirchen versuchten das momentan. Soweit er sehen könne, hätten sie davon in keiner Weise profitieren können. Er bekomme vielmehr das „Grausen“, wenn er höre, dass auch in der Diakonie inzwischen darüber nachgedacht werde, Menschen mit einem Suizidwunsch zu helfen, sich das Leben zu nehmen.

Spiesecke warnte Christen ferner davor, sich in die eigenen Gemeinschaften zurückzuziehen. Er empfehle, beispielsweise Leserbriefe an Zeitungen zu schreiben und sich zu bedanken, wenn über Christen berichtet werde. Das fördere in den Redaktionen den Eindruck, dass die entsprechenden Themen relevant seien.

Er könne Christen außerdem nur raten, sich in der Gesellschaft zu engagieren: „Gründet christliche Kindergärten und Schulen! Es wird nicht reichen, zu Hause zu sitzen und sich über die böse Welt zu ärgern.“

Buchautor: Christliche Journalisten werden benötigt

Der TV-Journalist und Buchautor Markus Spieker (Markkleeberg bei Leipzig) ermunterte Christen, sich als Medienschaffende zu betätigen. Wenn sie ihre Inhalte nicht öffentlich verbreiteten und lieber unter sich blieben, kämen sie in den Medien auch nicht vor. Wenn man dort allerdings als Christ erkennbar sei, könne es auch vorkommen, dass man anecke.

Das klare Bekenntnis zum christlichen Glauben werde heute nicht mehr widerspruchsfrei akzeptiert. Das habe er selbst erfahren, als er 2018 sein Buch „Übermorgenland“ in einem säkularen Verlag habe veröffentlichen wollen. Darin habe er seinen Glauben offen thematisiert, was der Verlag kritisiert habe.

Schließlich habe er sein Buch im christlichen Fontis-Verlag (Basel) herausgebracht. Vielleicht sei das jedoch auch ganz gut gewesen. Schließlich wolle er ja auch nicht, dass Islamisten oder die Mormonen die Massenmedien nutzten, um für ihre Überzeugungen zu werben. Es gebe jedoch genügend andere Medien, über die Christen ihre Botschaften verbreiten könnten.

Redakteurin: Die Menschen interessieren sich für religiöse Themen

Die für Religion zuständige Redakteurin beim öffentlich-rechtlichen Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), Dorothee Adrian (Basel), berichtete, dass sich viele Menschen für religiöse Themen interessierten. Das habe ihre Redaktion beispielsweise erfahren, als sie zwei Formate streichen musste. Sie habe daraufhin Leserbriefe bekommen, in denen sich Bürger beklagt hätten.

Aus solchen Leserbriefen seien zudem schon öfter neue Sendungen entstanden, weil Menschen mit ihren Themen an den Sender herangetreten seien. Adrian empfahl ferner, für sich selbst zu entscheiden, welcher und wie viel Medienkonsum jeweils richtig sei. So habe einer ihrer Bekannten für sich entschieden, sich keine Nachrichten im Internet mehr anzusehen, sondern stattdessen nur noch eine Wochenzeitung zu lesen.

Zu dem 1925 gegründeten Diakonissen-Mutterhaus (DMH) St. Chrischona gehören heute 55 Schwestern und vier sogenannte DMH-Gemeinschaften, die sich für diakonisch-missionarische Projekte einsetzen. Daneben beschäftigt die Einrichtung rund 125 Mitarbeiter.

Zum Mutterhaus gehören unter anderem ein Mehr-Generationen-Wohnpark, ein Gästehaus, ein Pflegeheim auf St. Chrischona sowie drei Häuser mit Ruhestandswohnungen, eine Pflegefachschule, ein Bildungsinstitut in Lörrach und verschiedene diakonische Einrichtungen, in denen Menschen in schwierigen Lebensphasen begleitet werden. Die Geschäftsleitung besteht aus Geschäftsführer Joachim Rastert, der Leiterin der Schwesternschaft, Christine Zimmermann, und dem Theologischen Leiter, Pfarrer Armin Graf.

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