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Pfingsten: Bischöfe rufen zu Solidarität auf

23.05.2021

Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Foto: IDEA/kairospress
Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Foto: IDEA/kairospress

Hannover/Karlsruhe/Stuttgart/Düsseldorf (IDEA) – Protestantische Bischöfe haben in ihren Pfingstbotschaften zu Zusammenhalt und Solidarität aufgerufen. Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), erklärte, er wünsche sich, „dass der Pfingstgeist uns alle neu zusammenführt“.

Wegen der Corona-Pandemie sei er in diesem Jahr ein Geist der Nachdenklichkeit, des Trostes und der Zuversicht. Er könne einen Neuanfang ermöglichen, „der geprägt ist von Achtsamkeit füreinander, von Dankbarkeit für die kleinen Dinge des Alltags, die wir so lange für viel zu selbstverständlich genommen haben, und auch von Solidarität mit denen, die von der Pandemie besonders schwer getroffen worden sind“.

Bundschuh und July: Hilfe für Familien und Jugendliche

Der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July (Stuttgart), und der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh (Karlsruhe), forderten in einem gemeinsamen Pfingstwort mit den katholischen Bischöfen Gebhard Fürst (Rottenburg) und Stefan Burger (Freiburg) eine Entlastung von Familien.

Sie seien durch die Pandemie besonders benachteiligt worden. Auch viele Kinder und Jugendliche würden langfristig unter den Folgen der Corona-Krise leiden. Deswegen müsse jetzt das Bildungssystem so ausgestaltet werden, dass es gleiche Bildungschancen ermögliche.

Darüber hinaus habe die Pandemie das Problem der Armut in der Gesellschaft verschärft. Jetzt gelte es, „in Solidarität und in der Fürsorge für unsere Mitmenschen“ einen neuen Anfang zu gestalten. Dafür könne das Pfingstereignis (Apostelgeschichte 2) als „Anlass und Beispiel“ dienen.

Latzel: Solidarität mit Ausgebeuteten

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel (Düsseldorf), kritisierte in seiner Pfingstbotschaft „die Unterdrückung von Menschen durch die Mächtigen dieser Welt“. Als Beispiel nannte er den Bau der Fußballstadien für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar, bei dem bisher mehr als 6.000 Arbeiter ums Leben gekommen seien.

In der Bibel sei der Turmbau zu Babel (1. Mose 11,1-9) ein Symbol für einen solchen vermeintlichen „Menschheitstraum“, der „in Wahrheit allzu oft der blutige Traum weniger Mächtiger auf Kosten vieler anderer, auf deren Ausbeutung“ sei. Dem setze Gott an Pfingsten „seinen ganz anderen, horizontalen Traum entgegen. Einen Traum, an dem alle teilhaben.“

Kurschus: Mund aufmachen gegen Hass und Hetze

Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus (Bielefeld), erklärte in ihrer Botschaft, der Heilige Geist, der zu Pfingsten ausgegossen worden sei, mache alle Christen zu Zeugen Jesu Christi.

Diese Zeugenschaft drücke sich zum Beispiel darin aus, im direkten Lebensumfeld keinen Hehl aus dem eigenen Christsein zu machen. Außerdem sollten Christen „mutig den Mund aufmachen gegen Hass und Gewalt und Hetze – egal, aus welcher Richtung sie kommen und welcher Herkunft sie sind“.

Jung: Trotz Unterschieden friedlich zusammenleben

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung (Darmstadt), sagte in einem vom Hessischen Rundfunk ausgestrahlten Radiobeitrag, die Pfingstgeschichte gebe eine Antwort auf die „Ur-Frage der Menschheit, wie es gelingen könne, trotz Unterschieden friedlich zusammenzuleben“.

Es sei keine Lösung, „alles und alle vereinheitlichen zu wollen“. Die Pfingstgeschichte zeige stattdessen einen anderen Weg. „Gottes Geist bringt Menschen zusammen, die ganz verschieden sind. Er vereinheitlicht Menschen nicht, sondern öffnet Ohren und Herzen, dass fremde Menschen einander verstehen“, so Jung.

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