Glaube
Pastor: Christen brauchen sich für Depressionen nicht zu schämen
21.08.2025

Eine psychische Erkrankung sagt nichts über die Qualität der persönlichen Gottesbeziehung aus. Diese Ansicht vertrat Pastor Simon Laufer (Heeslingen/Niedersachsen) im IDEA-Podcast „Zwischen Tür und Himmel“. Der Glaube sei kein Hochleistungssport, „bei dem man immer fit und stark sein muss“, sagte er in der aktuellen Folge. Daher müssten sich Christen für Burn-out oder Depressionen nicht schämen.
Die Bibel bezeuge: „Gott liebt dich gerade dann, auch wenn du schwach bist.“ Der Theologe erinnerte an Martin Luthers (1483–1546) „Theologie des Kreuzes“. Gottes Kraft werde demnach „in Schwachheit und Zerbruch“ sichtbar (2. Korinther 12,9).
Das sei in Jesu Leben und Sterben deutlich geworden. Daher seien Leid und Scheitern kein Widerspruch zum Glauben. Eine Erfolgslogik, wonach Christen mit Hilfe des Glaubens „von Sieg zu Sieg eilen“ würden, wies Laufer zurück.
Glaube als Ressource
Im Umgang mit psychischen Erkrankungen sei der Glaube aber eine wertvolle Ressource. Denn auch in Krisen dürften Christen darauf vertrauen, dass Gottes Wirken und seine Nähe da sind. Auf die Hörerfrage, ob Christen bei mentalen Problemen eine Therapie in Anspruch nehmen sollten oder ob Seelsorge ausreiche, antwortete Laufer: Beides habe seine Berechtigung und ergänze sich.
Gott könne auch durch Ärzte und Therapeuten wirken. Ein Beispiel sei christlich-therapeutische Seelsorge. Der Pastor ermutigte Betroffene, Hilfe bei Vertrauenspersonen, Seelsorgern und – nach Bedarf – Fachleuten zu suchen. Ziel sei es, „wieder zu einer fröhlichen, lebensbejahenden und kraftvollen Haltung zu finden“.
Zum Podcast „Zwischen Tür und Himmel“
Der etwa zehnminütige Podcast ist ein Angebot der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA (Wetzlar). Er erscheint 14-tägig auf ztuh.de sowie den gängigen Podcast-Apps (z. B. Spotify, Pocket Casts, Amazon Podcasts und Apple Podcasts).
Zuhörer können ihre Lebens- und Glaubensfragen an ztuh@idea.de schicken. Eine Auswahl der Fragen wird in den Folgen aufgegriffen und diskutiert.
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