Menschenrechte
Pakistan: Schwere Ausschreitungen gegen Christen
18.08.2023

Faisalabad (IDEA) – In der pakistanischen Stadt Jaranwala (Distrikt Faisalabad/Provinz Punjab) ist es zu schweren Übergriffen auf Christen gekommen. Eine Menschenmenge zog am 16. August durch ein christliches Viertel und zerstörte Häuser und Kirchen.
Einige Muslime hatten zuvor behauptet, sie hätten den Christen Raja Amir und einen Freund dabei gesehen, wie sie Seiten aus einem Koran gerissen und geschändet hätten.
Der anglikanische Bischof Azad Marshall (Lahore) äußerte auf der Plattform X (früher Twitter): „Während ich diese Nachricht schreibe, wird gerade ein Kirchengebäude niedergebrannt.“ Und weiter: „Bibeln wurden geschändet und Christen wurden gefoltert und schikaniert, weil sie fälschlich beschuldigt wurden, gegen den Heiligen Koran verstoßen zu haben.“
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Laut einer Mitteilung des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ (München) hat der Generalvikar der Diözese Faisalabad, Abid Tanveer, bestätigt, dass 13 Kirchen unterschiedlicher Konfessionen angegriffen und teilweise in Brand gesteckt wurden. Ein weiterer Priester berichtete, dass aufgrund der Ausschreitungen bis zu 2.000 Menschen ihre Häuser verlassen hätten.
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Anwältin glaubt Ankündigung der Regierung nicht
Wie die Menschenrechtsanwältin Anneqa Anthony auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA mitteilte, gibt die Polizei an, rund 100 Personen festgenommen zu haben, die an den Ausschreitungen beteiligt waren. Die Regierung habe zwar die Absicht geäußert, die Kirchen wiederaufbauen zu lassen, aber die Anwältin schenkt dieser Ankündigung keinen Glauben: „Sie werden nichts tun. Sie wollen einfach nur ihr Gesicht vor der Welt reinwaschen.“
Die Polizei fahndet nach dem Christen Raja Amir, um zu überprüfen, ob er den Koran geschändet hat. In den vergangenen Monaten war es wiederholt zu Blasphemievorwürfen gegen Angehörige religiöser Minderheiten gekommen, insbesondere in der Provinz Punjab. Die Beleidigung des islamischen Propheten Mohammed oder die Schändung des Korans kann in Pakistan mit dem Tode bestraft werden.
Die Blasphemiegesetze werden häufig bei privaten Streitigkeiten dazu missbraucht, um gegen Angehörige religiöser Minderheiten vorzugehen, vor allem gegen Christen. Von den über 230 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 96 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen und ein Prozent Hindus.
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