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Menschenrechte

Pakistan: Freigelassener Christ in Lebensgefahr

13.01.2022

Die Flagge von Pakistan. Symbolbild: pixabay.com
Die Flagge von Pakistan. Symbolbild: pixabay.com

Lahore (IDEA) – Der pakistanische Christ Nadeem Samson schwebt in Lebensgefahr. Das erklärte sein Bruder, der in den USA lebt, gegenüber der Internetzeitung Christian Post. Er rief die Regierungen westlicher Staaten auf, Samson Asyl zu gewähren.

Hintergrund: Der Katholik aus Lahore war am 5. Januar nach vier Jahren Haft auf Kaution freigelassen worden. Er wurde im November 2017 verhaftet. Der Vorwurf: Er soll ein gefälschtes Facebook-Konto eingerichtet haben, auf dem er angeblich blasphemische Inhalte postete. Trotz seiner Freilassung wird das Gerichtsverfahren gegen ihn fortgesetzt. Solche Prozesse seien für die Angeklagten sehr gefährlich, sagte der Bruder gegenüber der Christian Post. So sei 2020 ein wegen Blasphemie angeklagter Muslim im Gerichtssaal von Zuschauern ermordet worden. Auch habe es in der Vergangenheit immer wieder Fälle gegeben, in denen ein muslimischer Mob Menschen umgebracht habe, denen Beleidigung des Islam vorgeworfen wurde.

Im Gefängnis sei Samson unmenschlicher Behandlung ausgesetzt gewesen, erklärte sein Bruder weiter. So habe der Gefängnisdirektor ihm medizinische Behandlung verweigert, obwohl er an einer schmerzhaften Nierenerkrankung leide. In Pakistan werden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen immer wieder Menschen fälschlich wegen Blasphemie angezeigt. Hintergrund sind häufig Vermögensstreitigkeiten oder religiöse Vorurteile. Im Falle einer Verurteilung droht den Beschuldigten die Todesstrafe.

Von den über 216 Millionen Einwohnern Pakistans sind 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen und zwei Prozent Hindus.

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