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NRW: Hendrik Wüst kritisiert Muezzinruf-Projekt in Köln

19.04.2022

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst. Foto: Tiwisina Anja
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst. Foto: Tiwisina Anja

Düsseldorf/Köln (IDEA) – Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat das Modellprojekt der Stadt Köln zum Muezzinruf kritisiert. „Ich habe die Sorge, dass damit möglicherweise mehr Streit in die Gesellschaft getragen als der Integration gedient wird“, sagte der Politiker gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Hintergrund: Kölner Moscheegemeinden dürfen künftig auf Antrag maximal einmal pro Woche fünf Minuten lang zum Freitagsgebet rufen. Für die Lautstärke soll es abhängig von der Lage der Moschee eine Höchstgrenze geben und die Nachbarschaft im Vorfeld informiert werden. Der Modellversuch soll zwei Jahre lang laufen.

Liberale Muslime und Kommunalpolitiker haben heftige Kritik an dem Projekt geäußert, weil es die Ausbreitung des politischen Islam begünstige. Wüst sagte, es habe zu einer „hohen gesellschaftlichen Befriedung“ der Auseinandersetzungen um Muezzinrufe geführt, dass es sie nur selten und an wenigen Orten gebe. In diesen Frieden werde durch den Modellversuch „ohne Not und Anlass“ eingegriffen. Die Ankündigung der Stadt habe wie ein Aufruf an alle Moscheegemeinden gewirkt, einen Antrag auf Genehmigung des Muezzinrufs zu stellen.

Bisher haben zwei Moscheegemeinden einen formellen Antrag auf die Genehmigung eines Muezzinrufs gestellt, erklärte eine Stadtsprecherin gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA. Bisher sei über die Anträge noch nicht entschieden, da noch Unterlagen benötigt würden.

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