Politik
Nach Kritik: SPD-Wahlkampfvideo wird „nicht genutzt“
10.08.2021

Berlin/Osnabrück (IDEA) – Nach Angaben des SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz zieht seine Partei das umstrittene Wahlkampfvideo „aus dem Verkehr“. Das sagte Scholz im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Der Kampagnenleiter habe ihm berichtet, dass der Spot „nicht genutzt“ werde, so Scholz.
Hintergrund: In dem Werbespot heißt es: „Wer Armin Laschet von der CDU wählt, wählt … erzkatholische Laschet-Vertraute, für die Sex vor der Ehe ein Tabu ist.“ Zu sehen ist in dem Moment eine russische Matroschka-Puppe mit dem Gesicht von Nathanael Liminski (CDU). Er ist Leiter der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei.
Das Video stieß auf Kritik. Der Vorsitzende der NRW-Landesgruppe der CDU im Bundestag, Günter Krings, sprach von einem doppelten Tabubruch. Der Leiter des Katholischen Büros in Düsseldorf, Antonius Hamers, äußerte: „In dieser Weise antikatholische Klischees zu verbreiten, finde ich sehr befremdlich.“
Der religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Konstantin von Notz (Mölln), schrieb auf Twitter: „Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit anzugreifen, ist exakt so unterirdisch, wie sie wegen ihrer Nichtzugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft anzugreifen. Wir leben in einem pluralen und liberalen Rechtsstaat.“
Scholz wies in dem Interview die Vorwürfe zurück. Es finde kein Missbrauch religiöser Bekenntnisse für den Wahlkampf statt. Die SPD trete immer für eine offene und tolerante Gesellschaft ein.
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