Menschenrechte

Menschenrechtler: Pakistan soll gegen Zwangsehen vorgehen

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Die 14-jährige Katholikin Maira wurde nach eigenen Angaben gewaltsam entführt, mit einem Muslim verheiratet und gezwungen, zum Islam konvertieren. Screenshot: www.adfinternational.de
Die 14-jährige Katholikin Maira wurde nach eigenen Angaben gewaltsam entführt, mit einem Muslim verheiratet und gezwungen, zum Islam konvertieren. Screenshot: www.adfinternational.de

Lahore (IDEA) – Die pakistanische Regierung sollte wirksame Maßnahmen ergreifen, um Zwangsehen und erzwungene Übertritte von christlichen Mädchen zum Islam in dem Land zu verhindern. Das fordert die Menschenrechtsorganisation ADF International (Allianz zur Verteidigung der Freiheit) in einer Pressemitteilung. Anlass ist der Internationale Tag der Mädchen am 11. Oktober. In Pakistan werden laut ADF jährlich rund 1.000 Mädchen, die religiösen Minderheiten angehören, gegen ihren Willen verheiratet.

In einem Offenen Brief an den pakistanischen Premierminister Imran Khan ruft ADF die Regierung des Landes dazu auf, für die jungen Frauen einzutreten, indem sie etwa Meldestellen einrichtet oder Kinder zu ihren Eltern zurückbringt. Außerdem sollten die lokalen Behörden und Gerichte für solche Fälle geschult werden. Sie seien häufig mitschuldig, betont ADF International. Die Gerichte gäben die Kinder meistens ihren Entführern und nicht den Eltern zurück.

Ein Beispiel sei Maira. Die 14-jährige Katholikin wurde nach eigenen Angaben gewaltsam entführt, mit einem Muslim verheiratet und gezwungen, zum Islam konvertieren. Außerdem habe man ihr gesagt, dass man ihrer Familie etwas antun würde, sobald sie Kontakt aufnehme. Als die Eltern klagten, verfügte der Oberste Gerichtshof von Lahore, dass sie ihrem Entführer zurückgegeben werden sollte. Daraufhin floh Maira vor ihrem angeblichen Ehemann. Nun muss sie sich verstecken, während vor Gericht die Auflösung ihrer „Ehe“ verhandelt wird.

Der Geschäftsführer und Leitende Anwalt von ADF International, Paul Coleman, sagte, dass Fälle wie die von Maira nicht länger unbemerkt bleiben dürften. Es handele sich um extreme Verletzungen der Grundrechte. Der Offene Brief kann auf endforcedmarriage.org unterschrieben werden.

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