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Reportage

Lobpreis in der E.ON-Konzernzentrale: Christen vernetzen sich

12.12.2025

v. l.: Tobias Miecznik, Emma Pocknell, Dennys Michel Göres-Torres und Stephen Evans. Foto: IDEA/Daniela Städter
v. l.: Tobias Miecznik, Emma Pocknell, Dennys Michel Göres-Torres und Stephen Evans. Foto: IDEA/Daniela Städter

Wie können sich Christen an ihrem Arbeitsplatz vernetzen, gegenseitig stärken und ein Segen für das Unternehmen sein? Ein Beispiel dafür liefert das größte europäische Energieunternehmen E.ON. Erstmalig haben sich Christen zu einer Netzwerk-Konferenz in der Essener Unternehmenszentrale getroffen. IDEA-Leiterin Daniela Städter war dabei.

Leiser Klang von Lobpreismusik dringt in die hohe Eingangshalle der E.ON-Zentrale am Brüsseler Platz in Essen. Mitarbeiter, die auf dem Weg in ihre Büros sind, werfen mal irritierte, mal neugierige Blicke in Richtung des Konferenzraums, aus dem der Gesang kommt. Die Tür steht offen. Drinnen singen rund 40 E.ON-Mitarbeiter, weitere 40 aus fünf Ländern sind digital zugeschaltet. Ungewohnte Töne an einem gewöhnlichen Arbeitstag.

Eine Gebetserhörung

Dem Engländer Stephen Evans vom E.ON-Standort Solihull ist die Freude an dieser Veranstaltung anzumerken. In Großbritannien gab es das erste lockere Treffen von Christen bei E.ON schon vor rund 30 Jahren. Im Laufe der Jahre wurden die Strukturen auf der Insel professioneller, mittlerweile treffen sich zwei Mal pro Woche Gebetsgruppen, sogar Alpha-Glaubenskurse hat es in den Räumen des Unternehmens schon gegeben.

Und immer begleitete ihn ein großes Gebetsanliegen, erzählt Evans: Er wünschte sich ein christliches E.ON-Netzwerk in Deutschland, im Mutterland des Konzerns. „Unsere christliche Netzwerk-Konferenz heute ist also eine Gebetserhörung“, sagt Evans, der seit 1999 für E.ON arbeitet, und strahlt. Dennys Michel Göres-Torres und Tobias Miecznik aus Deutschland haben das Treffen zusammen mit den Briten Emma Pocknell und Stephen Evans vorbereitet.

Und wie kam es zur Gründung des Netzwerks in Deutschland? Miecznik erinnert sich: „Michel erwähnte in einem großen Führungskräfte-Meeting, dass sie Gott dankbar für eine neue Aufgabe ist.“ Danach habe er sie gefragt: „Sag mal, bist Du eigentlich Christin?“ Das war der Grundstein für das deutsche Netzwerk, das sich nun jede Woche digital zum Gebet trifft.

Die Teilnehmer des Treffens in der E.ON Zentrale. Foto: IDEA/Daniela Städter

Unterstützung von E.ON

E.ON unterstützt Treffen wie diese, wie auch das persönliche Grußwort der Personalchefin Stefanie Müller-Thon zeigt. „Netzwerke schaffen ein Gefühl der Zugehörigkeit“, betont Müller-Thon. „Sie zu unterstützen ist ein Spiegelbild unserer Überzeugung, dass Vielfalt bei E.ON einen wichtigen Stellenwert hat: Indem wir diese fördern, steigern wir die Leistungsbereitschaft und Innovationskraft unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und damit verbunden E.ONs Ambition, Spielmacher der Energiewende zu sein.“ Und so können Interessengruppen eigene Netzwerke gründen – ob Frauen, LGBTQ-Vertreter oder eben Christen.

Die Christen bei E.ON haben sich in einem Netzwerk zusammengefunden. Foto: IDEA/Daniela Städter

Den Glauben sichtbar leben

In einem Vortrag ermutigt Thomas Baader, Bereichsleiter bei Bosch Power Tools, die Teilnehmer, ihren Glauben am Arbeitsplatz nicht zu verstecken. „Wenn du alles in die Hand des Herrn legst, wird er dich niemals verlassen … Es ist Zeit, dass wir unsere Botschaft vermitteln.“ Es gehe nicht um missionarischen Eifer, sondern um authentisches Verhalten – und um kleine Gesten. Das könne beispielsweise ein sichtbar getragenes Kreuz sein.

In Gesprächsrunden sammeln die Teilnehmer später Ideen, wie sie im Arbeitsalltag positiv wirken können. Am häufigsten genannt: Gebet – für das Unternehmen und für einzelne Kollegen. Als die Konferenz endet, ist es draußen längst dunkel und die Eingangshalle verwaist. Die offenstehende Tür bleibt als Bild hängen: Der Glaube gehört nicht hinter verschlossene Türen – er darf sichtbar werden. Und wer weiß, welche weiteren Türen Gott noch öffnen wird.

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