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Linksradikale fragen: Wie radikal sind die Evangelikalen?

04.07.2021

„Es ist nicht Sache staatlicher Stellen, die religiöse Auffassung von Kirchen und Religionsgemeinschaften zu bewerten.“ Foto: pixabay.com
„Es ist nicht Sache staatlicher Stellen, die religiöse Auffassung von Kirchen und Religionsgemeinschaften zu bewerten.“ Foto: pixabay.com

Bremen (IDEA) – „Wie breit sind evangelikale Strömungen in Bremen vertreten, wie radikal sind sie und welchen Einfluss haben sie?“ Das wollte die Fraktion „Die Linke“ in der Bremischen Bürgerschaft durch eine Kleine Anfrage klären lassen. Zur Begründung ihrer Anfrage verwies sie auf den theologisch konservativen Pastor der St.-Martini-Gemeinde, Olaf Latzel, und einen vermeintlich an der Freien Evangelischen Bekenntnisschule Bremen gemobbten transsexuellen Schüler.

Fragenkatalog mit 16 Fragen

Latzel war im Dezember 2020 vorläufig des Dienstes enthoben, weil das Amtsgericht Bremen ihn im November in erster Instanz wegen Volksverhetzung verurteilt hatte. Grund für die Verurteilung waren Aussagen in einem „Eheseminar“ seiner Gemeinde, das auf YouTube veröffentlicht wurde. Darin hatte Latzel unter anderem Homosexualität als eine „Degenerationsform der Gesellschaft“ bezeichnet. Später entschuldigte Latzel sich für seine Aussagen und löschte die Aufzeichnung im Internet. Die BEK hob die vorläufige Dienstenthebung von Latzel im April auf.

Ferner verwies die Linke darauf, dass gegen die Freie Evangelische Bekenntnisschule ermittelt werde, weil sie einen transsexuellen Jugendlichen psychisch misshandelt habe. Doch die Ermittlungen wurde inzwischen eingestellt.

Darüber hinaus präsentierte die Fraktion einen 16 Punkte umfassenden Fragenkatalog. So wollte sie wissen, wie viele Kirchengemeinden, Freikirchen und Bibelkreise im Land Bremen sich an dieser Glaubensrichtung orientierten. Ferner fragte die Fraktion: „Welche Informationen liegen über gezielte Versuche der missionarischen Einflussnahme durch Evangelikale in staatlichen Schulen vor?“ Ferner wollte die Linke Auskunft hinsichtlich einer Verbindung „radikaler evangelikaler Christen“ mit „Querdenkern“ und der AfD.

Religiöse Auffassungen werden nicht bewertet

Die Bürgerschaft beantwortete die Fragen Ende Juni auf sieben Seiten. Unter anderem heißt es dazu: „Es ist nicht Sache staatlicher Stellen, die religiöse Auffassung von Kirchen und Religionsgemeinschaften zu bewerten.“ Eine Zuordnung von Kirchengemeinden zu den Evangelikalen sei deshalb nicht möglich.

Allerdings verweist die Bürgerschaft auf die Internetseite der Evangelischen Allianz Bremen, die 31 deutschsprachige Gemeinden und 23 internationale Gruppen und Gemeinden ausweist. Auf Versuche missionarischer Einflussnahmen in öffentlichen Schulen gebe es keine Hinweise. Auch gebe es keine Erkenntisse über eine Zusammenarbeit mit den „Querdenkern“ oder der AfD: „Die Evangelikalen stehen nicht unter polizeilicher Beobachtung.“

FDP-Politikerin kritisiert Unterstellungen

Die FDP-Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft, die engagierte Christin Birgit Bergmann, sagte der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA, „dass nichts, aber auch gar nichts Abwertendes, Kritisches, Kriminelles oder Staatsfeindliches“ im Blick auf die Evangelikalen auch nur ansatzweise bestätigt worden sei.

Bergmann weiter: „Das ist gut, und das ist vom Senat auch fair.“ Sie hoffe, „dass damit diese andauernden unterschwelligen Unterstellungen und Diskriminierungen christlicher Werke und Gemeinden in unserer Stadt für lange Zeit der Boden entzogen ist“.

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