Menschenrechte
Lebensschützer starten Kampagne für Erhalt des Paragrafen 218
29.10.2024

Die „Aktion Lebensrecht für Alle“ (ALfA/Augsburg) hat eine Kampagne für den Erhalt des Paragrafen 218 StGB (Abtreibungsverbot) gestartet. Anlass ist ein Gesetzentwurf zur Liberalisierung des Abtreibungsrechts, den insgesamt 26 Organisationen, darunter Pro Familia und der Dachverband Evangelische Frauen in Deutschland, am 17. Oktober vorgestellt haben.
Er sieht die Legalisierung vorgeburtlicher Kindstötungen bis zum Ende der 22. Schwangerschaftswoche vor. Die bisher geltende Beratungspflicht und die dreitägige Wartefrist zwischen Beratungsgespräch und Abtreibung sollen zudem entfallen. Außerdem sollen die Krankenkassen die Kosten für die Durchführung übernehmen.
Die ALfA-Bundesvorsitzende Cornelia Kaminski (Fulda) betonte in einer Mitteilung, dass es angesichts dieser Forderungen Zeit sei, an die tatsächlich Betroffenen zu erinnern. „Die Diskussion um Abtreibungen fokussiert sich nahezu ausschließlich auf die ungewollt Schwangere und ihre Rechte. Das Bewusstsein dafür, dass unsere Verfassung ausdrücklich auch die Rechte eines sehr jungen Menschen anerkennt, schwindet in dem Maße, wie Abtreibungen als Frauenrechte und Gesundheitsvorsorge dargestellt werden.“
Aber auch ein Mensch im frühesten Stadium seiner Existenz habe Würde und ein Recht darauf, geboren zu werden und zu leben. „Jeder Versuch, Kriterien dafür festzulegen, bis wann er rechtmäßig getötet werden darf, ist ein Rückschritt in Bezug auf Menschenrechte und Menschenwürde, kein Fortschritt.“
Großflächenplakate und Mitmachaktionen in den Sozialen Medien
Darauf soll die neue Kampagne der ALfA aufmerksam machen. Ab sofort können Postkarten mit vier verschiedenen Motiven, die bereits als Großflächenplakate in mehreren deutschen Großstädten zu sehen sind, bestellt und an politische Entscheidungsträger versandt werden. Die Plakate zeigen Menschen unterschiedlichen Alters und fragen, mit wieviel Herzschlägen, Haaren, Zellen oder Zähnen ein Mensch als Mensch gelte.
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Die Kampagne wird begleitet von Beiträgen auf den Kanälen der ALfA in den Sozialen Medien. Dazu gehören neben der Aufforderung, Kommentare zu hinterlassen, auch Umfragen, deren Ergebnisse jeweils einen Tag später veröffentlicht werden, sowie eine Mitmachaktion (#wannbinichmensch), die am 1. November startet und dazu auffordert, „Menschsein-Momente“ zu teilen. Den Schlusspunkt der Kampagne bildet die Verlosung von Preisen für die eingereichten Beiträge zur Mitmachaktion am 18. Dezember.
Augsburg: In EDEKA-Filialen läuft ein Werbefilm für Beratungsstelle
Parallel hat die ALfA eine Kampagne zur Unterstützung ihrer Telefonberatungsstelle vitaL gestartet: Momentan laufen für drei Monate in vier Augsburger EDEKA-Filialen Filme an den Kassen, die auf vitaL hinweisen. Wie Kaminski der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA sagte, ist die EDEKA-Zentrale auf sie zugekommen und habe angeboten, für die Beratungsstelle zu werben.
Nach den drei Monaten sollen nach Möglichkeit weitere Filialen dazukommen, wenn die nötigen finanziellen Mittel vorhanden seien, so die ALfA-Vorsitzende. Ihr gefalle daran vor allem, dass durch die Werbung deutlich werde, dass Lebensrechtler nicht nur gegen vorgeburtliche Kindstötungen seien, sondern sowohl den Ungeborenen als auch den Schwangeren helfen wollten. Dementsprechend seien die Reaktionen, von denen sie bisher wisse, durchweg positiv.
Die „Aktion Lebensrecht für Alle“ tritt für das uneingeschränkte Lebensrecht jedes Menschen ein – ob geboren oder ungeboren, behindert oder nicht, krank oder gesund, alt oder jung. Die ALfA hat nach eigenen Angaben mehr als 11.000 Mitglieder und ist Mitglied im Bundesverband Lebensrecht (BVL/Berlin).
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