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Lammert und Rachel: „C“ im Parteinamen unverzichtbar

18.05.2022

Der Name der Partei steht für Christliche Demokratische Union. Foto: Wiki Commons/Olaf Kosinsky
Der Name der Partei steht für Christliche Demokratische Union. Foto: Wiki Commons/Olaf Kosinsky

Berlin (IDEA) – Das „C“ als unverzichtbaren Teil im Parteinamen der CDU/CSU haben die Vorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU/CSU, Norbert Lammert und Thomas Rachel, unterstrichen. Anlass war eine Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung zum 70-jährigen Bestehen des EAK.

Der frühere Bundestagspräsident und Katholik Lammert sagte, die CDU wolle das „C“ nicht nur im Namen tragen, sondern „als Flagge vor uns hertragen“. Das „C“ werde sicher nicht „einer Flurbereinigung zum Opfer fallen“. Dazu wollten der EAK und die Adenauer-Stiftung ihren Beitrag leisten.

Zum Hintergrund: Der Historiker Prof. Andreas Rödder (Mainz) hatte zu Beginn des Jahres angeregt, über einen Verzicht auf das „C“ im Parteinamen nachzudenken. Rachel sagte bei der Veranstaltung: „Wer das ‚C‘ im Parteinamen von CDU und CSU abschaffen möchte, schafft die Union ab.“ Das „C“ sei für ihn eine Selbstverpflichtung und ein Orientierungsmaßstab, allerdings „keine Fahne, die wir vorausführen“, so Rachel. Er widersprach Lammert damit an diesem Punkt.

Wie Rachel weiter ausführte, ist der EAK eine „protestantische Minderheitenvertretung“ in der katholisch geprägten Union. Der Arbeitskreis verstehe sich als Brückenbauer zwischen Protestantismus und der Union. Dabei komme es auch immer wieder zu Spannungen zwischen Repräsentanten der evangelischen Kirchenleitungen und der Union. Trotz desselben Glaubensbekenntnisses könne man zu unterschiedlichen politischen Bewertungen kommen.

Rachel nannte es eine Ironie der Geschichte, dass es den Deutschen noch nie so gut ging wie heute und zugleich noch nie so wenig Menschen kirchlich gebunden waren. In einer zunehmend säkularisierten und multireligiösen Gesellschaft brauche es das Engagement von Protestanten und Katholiken in der Union.

Prälat Dutzmann: Debatte um Schwangerschaftsabbruch macht mich unruhig

Der Bevollmächtigte des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland, Prälat Martin Dutzmann (Berlin), sagte, dass nur die Hälfte der Bundesregierung den Gotteseid ablegte, sorge ihn nicht. Dies bilde die Bevölkerung ab. Es helfe nicht, sich daran abzuarbeiten.

Er werde jedoch unruhig, wenn er im Koalitionsvertrag lese, dass das Thema Schwangerschaftsabbruch unter dem Kapitel „reproduktive Selbstbestimmung“ behandelt werde. Es gehe nicht nur um das Selbstbestimmungsrecht der Mutter. Das werdende Leben sei mit zu bedenken. Er sei jedoch nur „mäßig optimistisch“, ob es gelingt, die bisherigen Standards zu halten.

Kritik äußerte Dutzmann an Predigten in der evangelischen Kirche. Diese seien oft unverständlich. Pastoren fehle vielfach die Muße, um eine Predigt vorzubereiten. Er habe für den Gottesdienstbesuch eine „hohe Frustrationstoleranz“ entwickelt, so Dutzmann.

ZdK-Mitglied: Ich mache mir Sorgen um die katholische Kirche

Die zum Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gehörende Historikerin Prof. Birgit Aschmann (Berlin) erklärte, sie mache sich Sorgen um ihre Kirche. In Europa schreite die Säkularisierung fort. Allerdings zeige die Geschichte, dass auch eine religiöse Erweckung möglich sei.

Für die Kirche habe eine Minderheitenposition auch Vorteile. Selbstgerechtigkeit und Besitzstandswahrung seien dann nicht mehr möglich. Vielmehr müsse die Kirche danach suchen, den Menschen ein attraktives Angebot zu machen. Zudem müsse es eine vollständige Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Kirche geben. Sonst könne es für die katholische Kirche keine Zukunft geben.

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