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Kyrill: Gott möge Russland „vor jedem Feind und Schuft schützen“

05.07.2022

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill. Foto: Wiki Commons
Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill. Foto: Wiki Commons

Kaliningrad (IDEA) – Gegen Kritik aus dem Ausland an Russland hat sich der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill (Moskau) gewandt. In einem Gottesdienst am 3. Juli in Kaliningrad (Königsberg) sagte er laut einer Mitteilung der Kirche: „Viele lehnen sich heute gegen unser Vaterland auf. Aber wir wissen, dass das Vaterland niemandem etwas Böses angetan hat.“

Das Ausland kritisiere Russland nicht, „weil wir schlecht sind, sondern weil wir anders sind“. Er ergänzte: „Die Andersartigkeit Russlands erregt Eifersucht, Neid und Empörung, aber wir können uns nicht ändern.“ Das Riesenreich sei und bleibe die „Heilige Rus“. Darunter versteht Kyrill das heutige Gebiet von Russland, der Ukraine und Belarus.

Er nannte es das Wichtigste, „dass der Herr unsere Herzen rein hält und den Glauben in unseren Herzen“. Dann könne kein Feind Russland Angst machen. Gott möge die Region Kaliningrad, das russische Volk und das ganze Land „vor jedem Feind und Schuft schützen“. Kyrill steht seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine Ende Februar hinter dem Kurs von Präsident Wladimir Putin.

Kyrill: Reges religiöses Leben in Kaliningrad

Der Patriarch besuchte Anfang Juli die Region Kaliningrad, jene zwischen Polen und Litauen an der Ostsee gelegene russische Exklave. Bei einer Begegnung mit dem Gouverneur der Region, Anton Alichanow, unterstrich er deren Bedeutung: „In Anbetracht der Tatsache, dass die westlichen Länder aus verschiedenen, größtenteils rational nicht erklärbaren Gründen eine äußerst unfreundliche Haltung gegenüber Russland an den Tag legen, spielt das Kaliningrader Gebiet heute eine sehr wichtige Rolle.“ Es sei ein „Außenposten im spirituellen Sinne“. Hier gebe es im Gegensatz zu Westeuropa ein reges religiöses Leben.

Bevor Kyrill Kirchenoberhaupt wurde, betreute er ab 1986 die Region Kaliningrad; von 1988 bis 2009 war er Erzbischof bzw. Metropolit von Smolensk und Kaliningrad. Weil Kyrill immer wieder Russlands Einmarsch in der Ukraine rechtfertigte, hat die britische Regierung im Juni Vermögenswerte des Patriarchen in Großbritannien eingefroren und ein Einreiseverbot verhängt. Geplante EU-Sanktionen gegen ihn waren am Widerstand der ungarischen Regierung gescheitert.

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