Ressorts
icon-logo

Frei-/Kirchen

Kurhessen-waldeckische Bischöfin hält EKD-Strukturen für reformbedürftig

31.07.2025

Die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck (EKKW), Beate Hofmann. Foto: medio.tv/schauderna
Die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck (EKKW), Beate Hofmann. Foto: medio.tv/schauderna

Die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck (EKKW), Beate Hofmann (Kassel), hält die Strukturen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und ihrer Gliedkirchen für reformbedürftig. Der in Weimar erscheinenden mitteldeutschen Kirchenzeitung „Glaube+Heimat“ (Ausgabe zum 3. August) sagte sie: „Die Struktur mit 20 landeskirchlichen Behörden ist nicht ressourcenschonend und nicht mehr zeitgemäß.“

Landeskirche sei eine Hintergrundstruktur. Die Beheimatung der Kirchenmitglieder passiere vor Ort in den Kirchengemeinden. „Ob da nun EKKW oder EKD draufsteht, das ist den Menschen herzlich egal“, so die Bischöfin. Die Kernfrage sei, wie die notwendigen Aufgaben unter den gegebenen Bedingungen sinnvoll regional oder überregional organisiert werden können.

Offen für alternative Zugänge zum Pfarramt

In dem Gespräch mit der Kirchenzeitung zeigte sich die Theologin überdies offen für alternative Zugänge zum Pfarramt. In Kurhessen-Waldeck sei jetzt eine Prädikantin ohne Theologiestudium als Gemeindereferentin angestellt worden.

Die Frisörmeisterin habe eine erkrankte Pfarrerin über zwei Jahre vertreten. Die Gemeinde habe nun darum gebeten, die Prädikantin anzustellen. Zwar sei das eine Ausnahme, doch sie nehme zugleich wahr, „dass es bei Prädikanten und Diakoninnen Interesse gibt, ins Pfarramt zu gehen“.

Nichtkirchenmitglieder an den Kosten von Amtshandlungen beteiligen

Sie äußerte sich auch zur Kirchenmitgliedschaft. Die formale Mitgliedschaft habe an Bedeutung verloren. Allerdings sei sie zurückhaltend, was Modelle anbelangt, die nicht mit Kirchensteuer verbunden seien. Bei Trauungen oder Beerdigungen hält es die Bischöfin für vorstellbar, dass Nichtmitglieder eine Gebühr bezahlten, um sich an den Kosten für die Infrastruktur zu beteiligen. Das gelte für die Nutzung des Kirchenraums, die Musik, den Blumenschmuck und die Heizkosten.

Kirchengebäude werden aufgegeben

Zur künftigen Nutzung der Kirchengebäude sagte sie, dass es in der Landeskirche einen Prozess mit den Kirchenkreisen gebe. Diese müssten bis zum Jahresende entscheiden, welche 30 Prozent ihrer Gebäude weiter Mittel zur Erhaltung bekommen sollten.

Hofmann: „Die Idee ist, dass von den anderen 70 Prozent eine Hälfte umgenutzt und die andere Hälfte tatsächlich aufgegeben wird.“ Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck hat rund 688.000 Mitglieder (2015: 840.000).

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

IDEA liefert Ihnen aktuelle Informationen und Meinungen aus der christlichen Welt. Mit einer Spende unterstützen Sie unsere Redakteure und unabhängigen Journalismus. Vielen Dank. 

Jetzt spenden.

4 Wochen IDEA Digital 8,95 Euro 1,00 Euro

Entdecken auch Sie das digitale Abo mit Zugang zu allen Artikeln auf idea.de