Ressorts
icon-logo

Frei-/Kirchen

Kissler: Kirche unterwirft sich dem neuen Gott Klima

12.07.2023

Teilnehmer des diesjährigen Kirchentags in Nürnberg demonstrieren für mehr Klimaschutz. Foto: Picture Alliance/epd-bild/Thomas Lohnes
Teilnehmer des diesjährigen Kirchentags in Nürnberg demonstrieren für mehr Klimaschutz. Foto: Picture Alliance/epd-bild/Thomas Lohnes

Berlin (IDEA) – Eine thematische Verkürzung der Kirchen auf den Klimaschutz hat der Autor und Journalist Alexander Kissler (Berlin) kritisiert.

In Zeiten kollabierender Mitgliederzahlen sei das der sicherste Weg, den Niedergang zu beschleunigen. „Eine derart radikale Milieuverengung führt zur Selbstaufgabe“, schreibt Kissler in einem Kommentar für die Neue Zürcher Zeitung (NZZ). Er ist politischer Redakteur der NZZ in deren Berliner Büro.

Zum Hintergrund: Kirchenleiter fordern verstärkte staatliche Maßnahmen gegen den Klimawandel oder solidarisieren sich gar wie die Präses der EKD-Synode, Anna-Nicole Heinrich (Regensburg), offen mit den radikalen Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“, die etwa illegal Straßen blockieren.

Kissler zufolge will sich die Kirche offenbar einem neuen Gott unterwerfen, dem Klima: „Und das Klima duldet keine Götter neben sich.“ Es drohe mit der „Klimahölle“. Auf diesen Begriff des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres berufe sich zustimmend der „Umweltbischof“ der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, Weihbischof Rolf Lohmann (Münster).

Kissler: „Während die Kirchen des Westens sonst weitgehend einem moralischen Laissez-faire frönen, von Himmel, Hölle, Fegefeuer wenig wissen wollen und kaum mehr die argumentative Kraft haben, beispielsweise das geplante Selbstbestimmungsgesetz zu kritisieren, reden sie drakonisch im Angesicht der ‚Klimakatastrophe‘.“ Der Staat solle den Menschen als notorischen Klimasünder an die Kandare nehmen.

Kirchenfunktionäre vergessen, wofür ihre Institution gegründet wurde

Kissler räumt ein, dass die Bewahrung der Schöpfung eine christliche Kernaufgabe ist: „Nur ist Schöpfung mehr als Klima und Klimapolitik mehr als die Agenda der Letzten Generation. Mit dieser verbrüdern sich die Kirchen bis heute trotz den von den Extremisten begangenen Straftaten.“

Die „aktivistischen Kirchenfunktionäre“ vergäßen, wozu ihre Institutionen einmal gegründet worden waren: „um Menschen Hoffnung und Erlösung zu bringen durch eine Botschaft, die die Welt nicht geben kann“. Wer aber die Klimahölle an die Wand male, stelle seiner Bildung und seinem Glauben ein schlechtes Zeugnis aus.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

IDEA liefert Ihnen aktuelle Informationen und Meinungen aus der christlichen Welt. Mit einer Spende unterstützen Sie unsere Redakteure und unabhängigen Journalismus. Vielen Dank. 

Jetzt spenden.

4 Wochen IDEA Digital 8,95 Euro 1 Euro

Entdecken auch Sie das digitale Abo mit Zugang zu allen Artikeln auf idea.de