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Katholische Bischöfe reagieren auf Kritik an Agrarpapier

18.10.2024

Bischof Rudolf Voderholzer nimmt auch immer wieder die Landwirtschaft in den Blick. Foto: bistum-regensburg.de
Bischof Rudolf Voderholzer nimmt auch immer wieder die Landwirtschaft in den Blick. Foto: bistum-regensburg.de

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz (DBK/Bonn) hat auf Kritik an einer kirchlichen Studie zur Zukunft der Landwirtschaft reagiert. Das von einer Sachverständigengruppe der DBK im September veröffentlichte Papier mit dem Titel „Ernährungssicherheit, Klimaschutz und Biodiversität: Ethische Perspektiven für die globale Landnutzung“ hatte zuvor für Unmut unter Bauernvertretern gesorgt.

Zum Hintergrund: Wie es in der Studie heißt, ist die Landwirtschaft „ein Hauptverursacher für negative Veränderungen der Erdoberfläche“. In ihrer jetzigen Form trage sie auch wesentlich zum Artensterben bei. Böden müssten als Gemeingüter betrachtet werden. Staat und Kirchen als große Grundbesitzer sollten mit gutem Beispiel vorangehen und ihren Pächtern Vorgaben machen, etwa beim Düngen und bei der Schädlingsbekämpfung, fordern die Autoren.

Kritik daran kam unter anderen vom Bayerischen Bauernverband (München). Einige Landwirte hatten als Reaktion auf die Veröffentlichung ihre Mithilfe bei den kirchlichen Erntedankfesten verweigert. Einzelne Bauern bekundeten zudem ihre Absicht zum Kirchenaustritt. Sie kritisierten laut Medienberichten unter anderem, dass die Studie eine den Kirchen traditionell sehr nahe stehende Berufsgruppe diskreditiere.

DBK: Die Studie stellt die Bauern nicht unter Generalverdacht

Die Bischofskonferenz hat am 17. Oktober eine Stellungnahme veröffentlicht und sich zu den Vorwürfen geäußert. Der Text stellt zuerst klar, dass es sich bei der Studie nicht um eine Verlautbarung der DBK, sondern um den wissenschaftlichen Beitrag eines Expertengremiums handle. Auch die Kritik, die Studie stelle die Bauern unter Generalverdacht, treffe nicht zu. Denn diesen werde darin nicht die Verantwortung für Fehlentwicklungen zugeschoben.

Vielmehr unterstreiche das Papier, „dass das Thema gesamtgesellschaftlich anzugehen ist, insbesondere durch eine gemeinwohlorientierte Gestaltung politischer Rahmenbedingungen und einen gesellschaftlichen Bewusstseinswandel“.

Darüber hinaus stelle das Agrarpapier nicht die Privateigentumsordnung infrage, erinnere aber daran, dass Eigentum nicht unbeschränkte Verfügungsgewalt bedeute. Dieses Prinzip gelte schließlich auch in anderen Bereichen: „Denkmalgeschützte Gebäude dürfen nicht abgerissen, Kulturgüter nicht ins Ausland verkauft und Wald darf nicht einfach gerodet werden – im Gegenzug gibt es staatliche Zuschüsse und steuerliche Begünstigungen für deren fachgerechten Erhalt.“

Bischof Voderholzer: „Schluss mit dem ‚Bauern-Bashing‘!“

Der Bischof von Regensburg, Rudolf Voderholzer, distanzierte sich dagegen im Gespräch mit Vertretern des Bayerischen Bauernverbandes und des Vereins „Landwirtschaft verbindet Bayern“ (Untereisenheim/Unterfranken) von der Studie. Sie vertrete nicht seine Position, wie es in einer Mitteilung seines Bistums heißt. „Ich wehre mich gegen die darin enthaltenen undifferenzierten Darstellungen von konventioneller und biologischer Landwirtschaft. Schluss mit dem ‚Bauern-Bashing‘!“

Weiter erklärte der Bischof, die Ängste und Nöte der Landwirte seien ihm aus zahlreichen persönlichen Begegnungen bekannt und er nehme sie sehr ernst. Die Bauern trügen nicht nur zur Ernährungssicherheit bei, sie übernähmen auch in den Gemeinden wichtige Aufgaben. Aus diesem Grund wolle das Bistum keinen Keil zwischen Kirche und Landwirtschaft treiben.

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