Pro & Kontra
Pro & Kontra: In Verfolgerstaaten Urlaub machen?
18.07.2024

Die Urlaubszeit ist angebrochen. Viele Reisewillige fragen sich: Wo kann man heute eigentlich noch guten Gewissens seine Ferien verbringen? In immer mehr Ländern der Welt werden Menschenrechte verletzt und die Religionsfreiheit eingeschränkt. Sollen Christen daher noch in Ländern Urlaub machen, in denen Christen verfolgt werden?
PRO
Unbedingt! Das ist ein Segen für die Urlauber, weil sie Segen direkt an jene Christen austeilen können, die dort im Land wegen ihres Glaubens unterdrückt werden. Meist sind sie eine Minderheit, wie etwa in Ägypten, in Tunesien oder der Türkei. Um nicht ins Visier von Extremisten oder Behörden zu geraten, leben einige Christen dort oder etwa auf den Malediven ihren Glauben heimlich. Für sie kann der Kontakt mit ausländischen Christen gefährlich werden.
Andere dagegen feiern öffentliche Gottesdienste. Bedrohung und Furcht kennen sie alle. Und nun kommen Christen aus Deutschland und schenken ihnen Zeit und Aufmerksamkeit, ein offenes Ohr, ein Gebet, Liebe. Was für ein Segen!
Vor der Reise lässt sich meist via Internet herausfinden, ob es am Urlaubsort Gottesdienste gibt. So kann man vorab Kontakt mit dem Pastor oder Pfarrer aufnehmen. Es ist erlaubt zu fragen, ob man etwas aus Deutschland mitbringen kann. Noch einmal Segen!
Wird im Land die Verständigung klappen und gibt es Gefahren? Wir dürfen etwas wagen für Jesus und völlig auf ihn vertrauen. Die Länderprofile von Open Doors liefern zudem aktuelle Informationen zur Lage der Christen. Begegnung ist durch nichts zu ersetzen – und Urlaubsglück ganz anders.
Es gibt auch die Möglichkeit, das Evangelium an Menschen weiterzugeben, die Jesus nicht kennen. Das soll mit Respekt vor dem Gegenüber und mit Blick auf die Gesetze und Sitten im Land getan werden. Wir zeigen ihnen: „Du bist mir wichtig!“ Jesus ruft auch heute in diesen Ländern Menschen in seine Nachfolge. Mit Blick auf sie und die unterdrückten Christen sagt er: „Ihr habt mich besucht“.

KONTRA
Abenteurer-Urlaub in Afghanistan. Ein neuer Hotspot der Touristengemeinde. Gerade eben wurden auf dem Basar der Stadt Bamyan drei spanische Touristen erschossen. Ein Extra-Thrill für die Touristen, die ein wenig Abenteuer spüren wollen.
Wer sein Leben mutwillig aufs Spiel setzen will, der darf das tun. Aber um jeden Preis?
In unserer grenzenlosen Spaß-Gesellschaft ist scheinbar alles erlaubt. Für uns als Christen, ja, für uns als Menschen gilt aber: Nur an mich selbst zu denken ist gedankenlos. Es gibt eine globale Solidarität mit Menschen, die unter die Räder geraten. Ohne Solidarität, ohne soziale Verantwortung, gibt es keine funktionierende Gemeinschaft. Das gilt auch für den Urlaub: Wer nur an sich denkt, zerstört die Gemeinschaft. Ein wenig Verantwortung gehört zum gelingenden Leben.
Urlaub in der Türkei, wo Christen diskriminiert werden? Oder in Ägypten, wo Christen um ihr Überleben kämpfen und nahezu täglich christliche Mädchen auf der Straße entführt, zwangsislamisiert und in die Sklaverei verkauft werden?
Der Tourismus ist in diesen Ländern eine Haupteinnahmequelle der Regime. Wer sein Geld dort hinträgt, finanziert direkt die Unterdrückung von Christen und anderen Minderheiten. Wenn schon, dann bitte in Ferienressorts Urlaub machen, die – wie etwa in El Gouna bei Hurghada – christlichen Besitzern gehören, wo Muslime wie Christen ohne Diskriminierung angestellt werden. Dann ist der Urlaub zugleich Solidarität mit verfolgten Christen und Minderheiten. Eine Win-Win-Situation.
Machen Sie bewusst Urlaub. Ohne Menschenrechtsverletzungen zu belohnen. Danke!

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
IDEA liefert Ihnen aktuelle Informationen und Meinungen aus der christlichen Welt. Mit einer Spende unterstützen Sie unsere Redakteure und unabhängigen Journalismus. Vielen Dank.



