Medien
IDEA-Podcast: Gebet vertieft die Beziehung zu Gott
30.04.2026

Was bringt Beten? Mit dieser Frage beschäftigt sich der aktuelle IDEA-Podcast „Zwischen Tür und Himmel“. Für den Professor an der Freien Theologischen Hochschule in Gießen, Joel White, dient Beten nicht in erster Linie dazu, von Gott alle Wünsche erfüllt zu bekommen. Es gehe darum, ihn näher kennenzulernen und die Beziehung zu ihm zu vertiefen.
Er sei zudem davon überzeugt, dass alle Gebete erhört würden – auch wenn Christen damit meist meinten, dass sie das bekämen, was sie sich wünschten. Erfahrungen, in denen sich erbetene Heilungen, Beziehungen oder Ausbildungsplätze nicht erfüllten, seien „manchmal sehr schmerzhafte Erfahrungen“.
Ringen mit Gott
Beispiele im Alten Testament zeigten, wie Menschen wie Mose oder Abraham im Gebet mit Gott gerungen und dabei ein vertieftes Verständnis seines Wesens erhalten hätten, so White. Dabei habe sich gezeigt: Wer um Barmherzigkeit bitte, erlebe, dass Gott bereit sei, sein Vorhaben zu ändern. Auf die Frage, ob Gebet ein „Armdrücken mit Gott“ sei, verwies White auf die biblischen Rahmenbedingungen: Christen sollten im Namen Jesu beten. Auch die Bitte „Dein Wille geschehe“ aus dem Vaterunser gehöre dazu.
Gegenüber bestimmten Gebetstechniken zeigte sich White zurückhaltend: „Ich bin nicht sehr beeindruckt von Gebetstechniken, wo man wirklich aufdringlich im Namen Jesu und mit der Vollmacht, die uns gegeben wird, dann betont, was wir alles im Gebet erreichen können.“
Persönliche Erfahrung mit nicht erhörtem Gebet
Er selbst habe auch schmerzhafte Erfahrungen mit Gebet gemacht, so White. Vor eineinhalb Jahren sei sein Bruder gestorben, während er selbst in einer gesundheitlich bedrohlichen Situation Heilung erfahren habe. „Das war für mich eine Frage, warum durfte ich weiterleben, mein Bruder aber nicht. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass Gott mich erhört hat.“ Aber auch die Gebete für seinen Bruder sehe er inzwischen als erhört an. Dieser sei bereit gewesen, dass Gott mit ihm tue, was er wolle.
White betonte abschließend, je näher Christen Gott kennenlernten, desto gelassener könnten sie darauf vertrauen, dass ihre Wünsche bei ihm gut aufgehoben seien. Das Pflegen des Gebetslebens sei ein lebenslanger Prozess.
Zum Podcast „Zwischen Tür und Himmel“
Der etwa zehnminütige Podcast ist ein Angebot der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA (Wetzlar). Er erscheint 14-tägig auf ztuh.de sowie den gängigen Podcast-Apps (z. B. Spotify, Pocket Casts, Amazon Podcasts und Apple Podcasts). Zuhörer können ihre Lebens- und Glaubensfragen an ztuh@idea.de senden. Eine Auswahl der Fragen wird in den Folgen aufgegriffen und diskutiert.
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