Frei-/Kirchen
Historische Wende: Jüngere in den USA öfter im Gottesdienst als Ältere
09.09.2025

Erstmals seit Jahrzehnten gehören „Millennials“ (Geburtsjahrgänge 1981–1996) und die „Generation Z“ (Jahrgänge 1997–2010) zu den regelmäßigsten Gottesdienstbesuchern in den USA. Sie überholen damit ältere Generationen. Das hat eine neue Studie des christlichen Meinungsforschungsinstituts „Barna Group“ (Fort Worth/Bundesstaat Texas) herausgefunden.
Demnach besuchen junge US-Amerikaner im Durchschnitt fast zwei Sonntagsgottesdienste pro Monat (Gen Z: 1,9; Millennials: 1,8). Damit liegt ihre Teilnahme deutlich über dem allgemeinen Durchschnitt von 1,6 Gottesdienstbesuchen pro Monat. Noch vor wenigen Jahren – insbesondere während der Corona-Pandemie – waren diese Zahlen deutlich niedriger. Im Jahr 2020 besuchten Millennials und die Generation Z rund einmal pro Monat einen Gottesdienst. Somit hat sich ihre Teilnahme an Gottesdiensten fast verdoppelt.
Der langjährige Rückgang der Gottesdienstbeteiligung unter älteren Generationen hält an: Während die über 79-Jährigen im Jahr 2000 im Schnitt noch 2,3-mal pro Monat am Gottesdienst teilnahmen, liegt dieser Wert heute bei 1,4 Besuchen monatlich.
Bei den sogenannten „Boomern“ (Jahrgänge 1946-1964) zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Sie besuchten im Jahr 2000 noch durchschnittlich zweimal im Monat die Kirche, 2025 noch circa 1,4-mal. Einzig der Wert der „Gen X“ (Jahrgänge 1964-1980) blieb zwischen 1,4 im Jahr 2000 und 1,6 im Jahr 2025 relativ konstant. Dies stellt laut der Studie eine historische Wende dar. „Der signifikante Rückgang bei älteren Generationen zeigt, dass sich die Struktur vom Gemeindeleben verändert“, so der Geschäftsführer der Barna Group, David Kinnaman.
Dies stelle Gemeinden allerdings auch vor die Herausforderung, das entfachte Interesse der jüngeren Generationen nachhaltig zu erhalten. „Selbst mit der erhöhten Teilnahme jüngerer Generationen gibt es immer noch die Herausforderung, Herz und Denkweise dazu zu bewegen, den Glauben auch jenseits der Kirche zu leben“, erklärte Kinnaman.
Für die Untersuchung wurden mehr als 130.000 US-Bürger befragt.
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