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Menschenrechte

Hamburg: Lichterkette erinnert an verfolgte Christen

22.11.2021

Mit Laternen und Lichterketten gedenken die Teilnehmer der Aktion an verfolgte Christen. Foto: IGFM
Mit Laternen und Lichterketten gedenken die Teilnehmer der Aktion an verfolgte Christen. Foto: IGFM

Hamburg (IDEA) – Mit einer Lichterkette in Hamburg hat sich die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) am 20. November für verfolgte Christen auf der ganzen Welt eingesetzt. An ihr nahmen nach IGFM-Angaben rund 100 Personen teil.

Dabei kritisierte Bischof i. R. Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald), dass „Menschen anderen Menschen in Sachen der Religion Zwang antun“. Er erinnerte an das Schicksal des iranischen Pastor Youcef Nadarkhani, der wegen seiner Gemeindetätigkeit zusammen mit drei weiteren Geistlichen zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde. Ein erstes Urteil aus dem Jahr 2009 war nach massiven Protesten weltweit aufgehoben worden. Weil er seine Arbeit fortsetzte, wurde er im Juni 2017 erneut zu zehn Jahren Gefängnis und anschließend zwei Jahren Verbannung verurteilt. Abromeit: „Ihm wird nichts anderes vorgeworfen, als dass er den falschen Glauben hat.“

Ferner ging er auch auf das Schicksal der jungen pakistanischen Christin Maira Shahbaz ein. Sie war im April 2020 von einem 44-jährigen Muslim entführt, zum Islam zwangskonvertiert und mit dem Entführer zwangsverheiratet worden. Vom obersten Gericht in der Provinz Punjab wurde die Katholikin dann unter Berufung auf die Scharia ihrem Entführer und Vergewaltiger zugesprochen. Ihr gelang die Flucht. Derzeit wird der Fall vor Gericht verhandelt.

Abromeit rief die Machthaber im Iran und in Pakistan dazu auf, „sofort die Verfolgung der beiden Christen zu unterlassen“. Nur wenn die Weltöffentlichkeit weiter auf das Unrecht aufmerksam mache, gebe es eine Chance, dass sie freikommen bzw. gerecht behandelt würden.

Der Bischof i.R. Hans-Jürgen Abromeit sprach auf der Aktion. Foto: Kwerkeu

IGFM: Internationalen Druck erhöhen

Die IGFM-Referentin für Religionsfreiheit, Michaela Koller (Frankfurt am Main), wies darauf hin, dass Maira Shahbaz in Pakistan kein Einzelfall sei, sondern radikalislamische Gruppen wie Pilze aus dem Boden schössen. Ihr einziges Ziel sei es, Andersgläubige zu verfolgen. Nur durch internationalen Druck könnten solche „ungeheuerlichen Gerichtsurteile“ gekippt werden, in denen geraubte und vergewaltigte minderjährige christliche Mädchen dem Vergewaltiger zugesprochen werden.

Prälat aus Nigeria: 22.000 Christen im vergangenen Jahr getötet

Der aus Nigeria stammende katholische Prälat Prof. Obiora Ike berichtete, dass dort allein 2020 über 22.000 Christen ermordet worden seien. Alle Konfessionen seien davon betroffen. Schuldig für diese bedrohliche Entwicklung seien neben islamistischen Banden insbesondere die islamistische Regierung von Präsident Muhammadu Buhari (Abuja). Er habe bislang nichts unternommen, um die Täter strafrechtlich zu verfolgen. Mit der Einführung der Scharia im islamisch geprägten Norden des Landes habe Buhari der Gewalt gegen Christen noch weiter Vorschub geleistet.

Wenn Christen standhaft bleiben

Der Präsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Pastor Ulrich Rüß (Hamburg), sagte, die Standhaftigkeit von Christen habe in Verfolgungssituationen immer wieder dazu geführt, dass Muslime Christen geworden seien. Weitere Grußworte hielten der Superintendent der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), Bernhard Schütze sowie die ehemaligen Bundestagsabgeordnete Jürgen Klimke (CDU) und Burkhardt Müller-Sönksen (FDP).

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