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Menschenrechte

Haiti: Entführer der Missionare fordern 17 Millionen US-Dollar

20.10.2021

Wie viel wert ist ein Menschenleben? Für jeden entführten Missionar fordern die Kidnapper rund eine Million US-Dollar Lösegeld. Symbolbild: pixabay.com
Wie viel wert ist ein Menschenleben? Für jeden entführten Missionar fordern die Kidnapper rund eine Million US-Dollar Lösegeld. Symbolbild: pixabay.com

Port-au-Prince (IDEA) – Die Kidnapper von 17 Missionaren und deren Familienangehörigen in Haiti verlangen für jeden ein Lösegeld in Höhe von einer Million US-Dollar (etwa 860.000 Euro). Das bestätigte ein haitianischer Beamter am 19. Oktober gegenüber dem Fernsehsender CNN (Atlanta/US-Bundesstaat Georgia). Die 16 US-Staatsbürger und ein Kanadier waren am 16. Oktober von der kriminellen Bande „400 Mawozo“ entführt worden, nachdem sie ein Waisenhaus in Croix-des-Bouquets, einem Vorort der Hauptstadt Port-au-Prince, besucht hatten. Der haitianische Justizminister Liszt Quitel sagte CNN, die Entführer hielten ihre Geiseln an einem Ort außerhalb des Vororts fest.

Auch ein Baby unter den Entführten

Bei den Entführten handelt es sich um Mitarbeiter und deren Angehörige des evangelikalen Hilfswerks Christian Aid Ministries (Millersburg/US-Bundesstaat Ohio). Zu der Gruppe gehören fünf Männern, sieben Frauen und fünf Kinder. Die Kinder sind drei Monate sowie drei, sechs, 13 und 15 Jahre alt.

Nach CNN-Angaben haben die Entführer Kontakt mit den Behörden. Haiti hat eine der höchsten Entführungsraten weltweit. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres gab es bereits 628 Entführungen gegenüber 231 im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

„Abstieg in die Hölle“

Die katholische Kirche von Haiti nannte die Lage in dem Land als „Abstieg in die Hölle“. Banden entführten Menschen aus allen Gesellschaftsschicht. Betroffen seien sowohl Einheimische als auch Ausländer. Etwa 55 Prozent der 11,3 Millionen Einwohner Haitis sind römisch-katholisch, 30 Prozent evangelisch, die übrigens religionslos. Weit verbreitet ist die aus Westafrika stammende Voodoo-Religion, die Medienberichten zufolge von 75 Prozent der Bevölkerung praktiziert wird – also auch von Einheimischen, die sich offiziell zum Christentum bekennen.

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