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GRZ Krelingen ermöglicht Urlaub für Flüchtlingsfamilie

21.08.2021

Familie Ghruaibawi mit Hartmut Lauter (3. v.l.). Foto: GRZ Krelingen
Familie Ghruaibawi mit Hartmut Lauter (3. v.l.). Foto: GRZ Krelingen

Walsrode (IDEA) – Eine zehnköpfige muslimische Flüchtlingsfamilie aus dem Irak hat im GRZ Krelingen (früher: Geistliches Rüstzentrum) in der Lüneburger Heide kostenlos einen 14-tägigen Urlaub erlebt. Das Fazit von Familienvater Watheq Al Ghruaibawi (42) fällt überwältigend aus: „Hier ist es wie im Paradies!“

Nach Todesdrohungen von Milizen flüchtete Watheq 2014 aus dem Irak nach Deutschland. Erst sechs Jahre später konnte seine Familie, darunter eine schwerbehinderte Tochter, nach Deutschland ausreisen. Die Familie lebt in einer Gemeinschaftsunterkunft in Berlin.

Wie es zu dem Ferienaufenthalt kam

Der Aufenthalt in Walsrode-Krelingen kam über einen Kontakt des früheren Leiters des Krelinger Reha-Zentrums, Hartmut Lauter, zu seiner ehemaligen Kommilitonin Heidi Kröger (Berlin) zustande. Die Sozialpädagogin betreut in der Haupstadt ehrenamtlich Watheq und seine Familie.

Der 77-jährige Lauter organisierte für den Ferienaufenthalt der Iraker ein Programm mit Besuchen im Serengetipark Hodenhagen, im Weltvogelpark Walsrode, Minigolfspielen auf der werkseigenen Anlage, Klettern im neuen Krelinger Outdoorcamp, Spielen auf dem Spielplatz des GRZ, Grillabenden, Gitarrenunterricht und anderem mehr. Auch GRZ-Mitarbeiter und ihre Familien hätten sich dabei eingebracht, teilte das evangelikale Werk.

Wer für die Kosten aufkam

Finanziert wurde der Aufenthalt durch einen Berliner Unterstützungsverein und Spenden aus dem Umfeld des GRZ. Wie das Werk mitteilte, konnten Watheq und seine Familie der Hoffnungslosigkeit ihrer Lebenssituation – Unterbringung auf engstem Raum ohne wirkliche Zukunftsperspektive – entfliehen und Kraft tanken. Den Angaben zufolge versucht Watheq in selbstgemalten Bildern seine traumatischen Erlebnisse im Irak mit Gefängnis, Folter und Verfolgung künstlerisch zu verarbeiten.

In der Krelinger Kirche hätten ihn zudem die Bilder der biblischen Geschichte vom Verlorenen Sohn (Lukas 15,11-32) beeindruckt. Auch er fühle sich „verloren“ und sehne sich nach seiner Heimat, sagte er den Mitarbeiter, obwohl er in seinem Heimatland mit Gefängnis, Folter und Verfolgung „ein Stück Hölle auf Erden“ erlebt habe. In den Ferien in Krelingen habe er dagegen „etwas Himmel“ gespürt.

Zum GRZ Krelingen gehören ein Reha-Zentrum mit Sozialtherapie und beruflicher Rehabilitation für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Suchthintergrund, ein theologisches Studienzentrum mit Sprachen- und theologischen Grundkursen, ein Freizeit- und Tagungszentrum mit Gäste- und Jugendhäusern sowie verschiedene Betriebe und eine Seniorenwohnanlage. Leiter ist Pastor Ralf Richter.

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