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Großbritannien: Kritik am geplanten Verbot von Konversionstherapien

03.04.2022

Der britische Premierminister Boris Johnson. Foto: Ben Shread/Cabinet Office
Der britische Premierminister Boris Johnson. Foto: Ben Shread/Cabinet Office

London (IDEA) – Neun britische Geistliche und kirchliche Mitarbeiter haben den britischen Premierminister Boris Johnson aufgefordert, ein geplantes Verbot für Konversionstherapien nicht einzuführen. Das berichtet das Internetportal Christian Today (London).

Durch das Verbot sollen Therapien strafbar werden, die zum Ziel haben, aus homosexuell empfindenden Menschen Heterosexuelle zu machen. Therapien für Menschen, die mit ihrem biologischen Geschlecht hadern, sollen allerdings weiterhin erlaubt sein. Die Evangelische Allianz in Großbritannien hatte sich bereits 2021 an die Regierung gewandt und vor der Einführung eines entsprechenden Verbots gewarnt, weil es aus ihrer Sicht die Religionsfreiheit einschränken würde.

Die Unterzeichner des Briefs an Johnson, die verschiedenen protestantischen Kirchen angehören, befürchten nun, dass ein entsprechendes Gesetz die christliche Lehre „kriminalisieren“ könne. Missbräuchliche Praktiken im Rahmen von Konversionstherapien seien dagegen bereits durch das bestehende britische Recht unter Strafe gestellt. Dazu bedürfe es keines neuen Gesetzes. Man habe jedoch Bedenken, dass es strafbar werden könnte, das christliche Verständnis „der Ehe als Vereinigung von Mann und Frau zu lehren und Menschen jeden Alters zu helfen, danach zu leben“.

Bereits im Dezember 2021 hatten die neun einen Offenen Brief veröffentlicht, in dem Sie erklärt hatten, ihrer „Pflicht gegenüber Gott“ in dieser Frage auch dann noch nachzukommen, wenn sie damit das Gesetz übertreten müssten. Der Brief wurde bereits von über 7.500 Personen unterschrieben, darunter über 2.500 Geistliche und kirchliche Mitarbeiter.

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