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Gesellschaft

Großbritannien: Bank schließt Pfarrer Konto wegen Gender-Kritik

11.07.2023

Eine Konto-Schließung geschehe nur dann, wenn ein Kunde „unhöflich, beleidigend, gewalttätig oder in irgendeiner Weise diskriminierend ist“, so das britische Geldinstitut. Symbolfoto: unsplash.com
Eine Konto-Schließung geschehe nur dann, wenn ein Kunde „unhöflich, beleidigend, gewalttätig oder in irgendeiner Weise diskriminierend ist“, so das britische Geldinstitut. Symbolfoto: unsplash.com

London (IDEA) – In Großbritannien hat eine Bank das Konto eines Geistlichen geschlossen, nachdem er kritisiert hatte, dass das Geldinstitut im Juni für die Transgender-Ideologie geworben habe. Das berichten britische Medien.

Bei dem Betroffenen handelt es sich um den pensionierten anglikanischen Pfarrer und Gründer des britischen evangelikalen Netzwerks „The Filling Station“ (Die Tankstelle), Richard Fothergill (Bath). Der 62-Jährige hatte seiner Bank – der Yorkshire Bausparkasse – geschrieben. Wie er der britischen Tageszeitung „Daily Mail“ sagte, hat er sich in einem höflichen Ton dagegen gewandt, dass die Transgender-Ideologie an Kinder weitergegeben wird.

Vier Tage später sei ihm schriftlich mitgeteilt worden, dass sein Konto nach 17 Jahren Nutzung geschlossen worden sei. Als Begründung hieß es, die Institution verfolge einen „Null-Toleranz-Ansatz gegenüber Diskriminierung“, und ihre Beziehung zu dem Kunden sei „unwiderruflich zerbrochen“.

Fothergill kritisierte gegenüber der britischen Zeitung „Times“ das Verhalten der Bank: „Ich denke, sie sollten sich darauf konzentrieren, Geld zu verwalten, anstatt die LGBT-Ideologie zu fördern.“ LGBT ist eine aus dem englischen Sprachraum übernommene Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell und transgender.

Ein Sprecher des Geldinstituts wies die Vorwürfe Fothergills zurück und erwiderte: „Wir schließen niemals Sparkonten aufgrund von abweichenden Meinungen zu Glaubensfragen oder Rückmeldungen unserer Kunden.“ Das geschehe nur dann, wenn ein Kunde „unhöflich, beleidigend, gewalttätig oder in irgendeiner Weise diskriminierend ist“.

Finanzminister mahnt die Banken

Zuvor hatte eine Bank auch dem TV-Moderator und britischen Politiker Nigel Farage das seit 1980 bestehende Konto gekündigt. Ihm zufolge soll das aufgrund seiner Rolle im Brexit geschehen sein, was das Geldinstitut bestreitet.

Laut Christian Today will der britische Finanzminister Jeremy Hunt nun die Banken ermahnen, die Meinungsfreiheit zu schützen. Ein Informant aus dem Finanzministerium sagte dem „Daily Telegraph“, es sei besorgniserregend, dass Banken und Kreditgeber Kunden mit unpopulären Ansichten abweisen könnten. Es sei davon auszugehen, „dass wir in dieser Angelegenheit in den nächsten Wochen Maßnahmen ergreifen werden“.

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