Ressorts
icon-logo

Medien

Gibt es Zufälle – oder wirkt Gott in allem?

13.11.2025

Gibt es Zufälle? Foto: iStock/Dudits
Gibt es Zufälle? Foto: iStock/Dudits

Gibt es Zufälle, oder ist alles eine Fügung Gottes? Mit dieser Frage beschäftigt sich die aktuelle Folge des IDEA-Podcasts „Zwischen Tür und Himmel“. Laut Pastor Simon Laufer (Heeslingen/Niedersachsen) sollten Christen zwischen zwei Extremen unterscheiden: der Überdeutung aller Ereignisse als Zeichen Gottes oder als Angriffe des Teufels und der Annahme, der Alltag sei allein vom Zufall bestimmt.

Biblische Hinweise auf Gottes Vorsehung

Laufer verwies auf biblische Aussagen wie Sprüche 16,33 („Der Mensch wirft das Los, aber es fällt, wie der Herr will“) und Psalm 139,16 („Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben“). Für ihn zeige dies, dass Gott grundsätzlich alles im Blick habe und nichts außerhalb seiner Kontrolle geschehe. Theologisch spreche man von Gottes Vorsehung und Allwissenheit.

Die Versuchung, jedes Ereignis als unmittelbares Zeichen Gottes oder als Angriff des Teufels zu deuten, hält Laufer für problematisch: „Wenn man in so einen Modus kommt, kann das unheimlich anstrengend sein, oder man wird unfrei ängstlich.“

Gott in den Alltag einbeziehen – aber gelassen bleiben

Das gegenteilige Extrem, Gott aus dem Alltag herauszuhalten und alles als bloßen Zufall zu betrachten, werde der biblischen Vorstellung von Gottes Nähe nicht gerecht. Laufer betonte: „Die Bibel macht immer wieder ganz klar, Gott ist ein Gott, der im Leben wirkt – nicht nur am Sonntag oder bei großen Wundern, sondern auch in alltäglichen Dingen.“ Gleichzeitig sei nicht jedes Ereignis ein direktes Zeichen Gottes.

Letztlich, so Laufer, liege die Bedeutung von Ereignissen oft in der Deutung durch den Einzelnen. Es gelte, eine Mitte zu finden. Nicht alles müsse als Zeichen verstanden werden, aber Christen sollten für Gottes Wirken sensibel bleiben.

Vorbestimmung und menschliche Freiheit

Auf die Frage, ob alles im Leben vorherbestimmt sei, erklärte Laufer, dass Gott die Zeit geschaffen habe und alle Dinge aus seiner Ewigkeit im Blick habe. Dennoch bleibe der Mensch frei in seinen Entscheidungen: „Gott bestimmt nicht über unsere Wege, sondern sieht sie und wacht über sie, ohne dass er uns wie Marionetten steuert.“

Für Christen bedeute das, im Vertrauen auf Gottes Führung zu leben und Gelassenheit zu bewahren: „Ich muss nicht Angst haben bei einer falschen Weggabelung oder auch einer falschen Entscheidung. Im Vertrauen auf Gott hoffe ich darauf, dass Gott auch daraus noch etwas Gutes macht.“

Zum Podcast „Zwischen Tür und Himmel“

Der etwa zehnminütige Podcast ist ein Angebot der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA (Wetzlar). Er erscheint 14-tägig auf ztuh.de sowie den gängigen Podcast-Apps (z. B. Spotify, Pocket Casts, Amazon Podcasts und Apple Podcasts). Zuhörer können ihre Lebens- und Glaubensfragen an ztuh@idea.de schicken. Eine Auswahl der Fragen wird in den Folgen aufgegriffen und diskutiert.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

IDEA liefert Ihnen aktuelle Informationen und Meinungen aus der christlichen Welt. Mit einer Spende unterstützen Sie unsere Redakteure und unabhängigen Journalismus. Vielen Dank. 

Jetzt spenden.

4 Wochen IDEA Digital 8,95 Euro 1,00 Euro

Entdecken auch Sie das digitale Abo mit Zugang zu allen Artikeln auf idea.de