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Gesellschaft

Getöteter 16-Jähriger besuchte christliche Schule in Detmold

24.10.2025

Die Tat ereignete sich in einem Supermarkt in Lemgo. Foto: picture alliance/dpa/Christian Müller | Christian Müller
Die Tat ereignete sich in einem Supermarkt in Lemgo. Foto: picture alliance/dpa/Christian Müller | Christian Müller

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Der durch einen Messerangriff in einem Supermarkt am 20. Oktober in Lemgo getötete Julius L. (16) war Schüler der christlichen August-Hermann-Francke-Schulen (AHFS) in Lippe. Er ging in die 11. Klasse des AHFS-Berufskollegs Detmold, bestätigte der Geschäftsführer des die Schulen tragenden Christlichen Schulvereins Lippe, Peter Dück, der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA.

Auch die drei jüngeren Geschwister des Getöteten besuchen Einrichtungen der AHFS. Nachdem er „die schockierende Nachricht“ erhalten habe, habe er sich, so Dück, mit der Schul- und Klassenleitung sowie der Schulsozialarbeit zusammengesetzt, um abzuklären, wie man darauf reagieren wolle. Derzeit sind noch Herbstferien in Nordrhein-Westfalen. So sei vereinbart worden, zum Schulstart am 27. Oktober in der Aula einen Trauerraum einzurichten.

Zudem werde man auch in der Andacht, die jeden Morgen auf dem Stundenplan stehe, über das Thema Tod und Sterben sprechen. Man wolle allen Schülern die Möglichkeit geben, um ihren Mitschüler zu trauern.

Die Familie des Getöteten gehört nach den Worten von Dück einer russlanddeutschen Freikirche in Lippe an. Die Kinder der Familie seien alle in Deutschland geboren, die Eltern stammten aus der früheren Sowjetunion.

Die AHFS betreibt in Lippe sieben Schulen und fünf Kitas mit rund 3.500 Kindern und Jugendlichen.

Spendenaktion steht bei über 128.000 Euro

Um Julius und seiner Familie „einen würdevollen Abschied“ zu ermöglichen, hat dessen Großcousin Konstantin Klassen (Lemgo) eine Online-Spendenaktion ins Leben gerufen. Ursprünglich war geplant, dafür 20.000 Euro zu erzielen. Doch nach fünf Tagen waren bereits mehr als 128.000 Euro zusammengekommen. Klassen: „Die gesamten Spendeneinnahmen werden vollständig an die Familie weitergegeben.“

Polizei: Grundloser Angriff

Unterdessen teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit, dass der tödliche Messerangriff entgegen der ursprünglichen Vermutung nicht durch einen Streit ausgelöst worden sei. Der Tatverdächtige habe das Opfer nach den bisherigen Erkenntnissen nicht gekannt, hieß es nach der Auswertung von Videoaufzeichnungen und Zeugenaussagen. Er wurde noch am Tatort festgenommen.

Er habe den 16-Jährigen grundlos ohne Vorgeschichte angegriffen. Der 33-Jährige sei in der Vergangenheit durch Betäubungsmitteldelikte bei der Polizei bekannt gewesen, heißt es weiter. In den Vernehmungen schweige er bisher.

Die Obduktion des Opfers habe ergeben, dass die Messerstiche in Brust und Kopf zum Tod geführt haben. Der Mann war mit einem Messer auf den Jugendlichen und seine zwei Begleiter auf dem Parkplatz zugelaufen. Er folgte dem flüchtenden Schüler demnach in den Supermarkt, attackierte ihn im Kassenbereich und verletzte ihn tödlich.

Zahlreiche Zeugen beobachteten die Tat. Sie wurden anschließend durch Notfallseelsorger betreut.

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