Glaube
Geistliche Erziehung von Kindern ist Aufgabe der Eltern
24.07.2023

München (IDEA) – Die geistliche Erziehung von Kindern ist vorrangig Aufgabe der Eltern. Diese Ansicht vertritt der Jugendpastor der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) München-Mitte, Jonathan de Oliveira.
„Die geistliche Entwicklung eurer Familie verdient es, oberste Priorität zu werden“, appelliert er in einem Beitrag für das Onlineportal des Netzwerkes „Evangelium21“ (München). Darin beklagt de Oliveira, dass das „Outsourcing“ der geistlichen Unterweisung von Kindern heute scheinbar „die Norm“ geworden sei. Mit Outsourcing ist im unternehmerischen Handeln das Auslagern von Aufgaben an externe Dienstleister gemeint.
De Oliveira sieht es dagegen als eine „von Gott gegebene Berufung und Aufgabe christlicher Eltern“ an, Kinder in der Bibel und im Glauben zu begleiten. Das betreffe beide Elternteile. Doch insbesondere sollten die Väter die Initiative ergreifen und die Hauptlehrer sein. Hierfür verweist der Theologe auf Apostel Paulus, der in Epheser 6,4 aufruft: „Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn.“ Wie de Oliveira einräumt, ist dies eine „langwierige Arbeit“, doch sie bringe Segen mit sich: „Das ist das beste Erbe, das ihr an eure Kinder weitergeben könnt.“
Familienandachten wie Hausaufgaben einplanen
In dem Beitrag gibt der Jugendpastor auch Tipps, wie die geistliche Erziehung aussehen könnte. Er empfiehlt unter anderem tägliche oder wöchentliche Familienandachten; jeweils 20 Minuten lang vor dem Frühstück oder bevor die Kinder ins Bett gehen.
Dabei könnten miteinander ein Lied gesungen sowie eine Bibelgeschichte gelesen und anschließend Verständnis- oder Anwendungsfragen gestellt werden. Auch könnten Bibelverse gemeinsam auswendig gelernt werden. Beim Beten sollten nicht nur Bitten, sondern auch Dank und Lobpreis vor Gott gebracht werden.
De Oliveira: „Euer Familienleben wird auf diese Weise auf einem festen Fundament gebaut.“ Außerdem werde der offene Austausch innerhalb der Familie gefördert. Die Kinder lernen nach den Worten des Pastors, dass Gott auch im Alltag relevant ist und nicht nur sonntags in der Gemeinde. Er empfiehlt, Familienandachten genauso wie Frühstück, Hausaufgaben und Freizeit als „normale Aspekte“ im Alltag der Kinder zu integrieren.
Prediger sollten nicht wie „Nachrichtensprecher“ reden
Wie de Oliveira in dem Artikel weiter schreibt, sollten gemeindliche Angebote – etwa Kinderstunden, Jungschar oder Teen-Kreis – die Rolle der Eltern nur unterstützen. Er rät, Kinder frühzeitig auch am Hauptgottesdienst mit den Erwachsenen teilnehmen zu lassen. Dafür könnten sie einmal oder alle zwei Monate den Kindergottesdienst aussetzen.
Empfehlenswert sei auch, Mädchen und Jungen spätestens vor dem Teenageralter vom Kindergottesdienst „abzugewöhnen“ und „den Sprung in den Hauptgottesdienst zu machen“. Diesen Integrationsprozess sollten Gemeinden unterstützen. „Das heißt, Gottesdienstleiter und Prediger sollten mit ihrem Sprachstil und Vokabular nicht wie Nachrichtensprecher oder Professoren klingen, sondern eher wie der Bäcker oder der Taxifahrer“, so de Oliveira.
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