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Frankreich: Attacke auf freikirchliche Gemeinde in Marseille

07.07.2023

Der Sprecher der Evangelischen Allianz in Frankreich, Romain Choisnet, teilte die Bilder der Attacke auf Twitter. Screenshot: www.twitter.com/Romain CHOISNET
Der Sprecher der Evangelischen Allianz in Frankreich, Romain Choisnet, teilte die Bilder der Attacke auf Twitter. Screenshot: www.twitter.com/Romain CHOISNET

Marseille (IDEA) – In der südfranzösischen Stadt Marseille ist eine Kirche Ziel von Vandalismus geworden. Das berichtet unter anderem das Online-Nachrichtenmagazin „Evangelical Focus“.

Nach Angaben des Pastors der freikirchlichen Philadelphia-Gemeinde habe der Einbrecher Türen aufgebrochen und Fenster eingeschlagen. Der Gottesdienstraum sei verwüstet worden. Im Gebäude habe der Angreifer Botschaften wie „Jesus ist nicht Gott“ und „Der letzte Prophet war Mohammed“ hinterlassen.

Der Sprecher der Evangelischen Allianz in Frankreich, Romain Choisnet (Paris), bekundete seine Solidarität sowie „Unterstützung und seine Gebete für den Pastor und seine Frau, die durch diesen Angriff am Boden zerstört sind“. Es wurde Anzeige bei der Polizei erstattet.

Zusammenhang mit den Unruhen in Frankreich?

Unklar ist, ob der Vorfall im Zusammenhang mit den am 27. Juni in Frankreich ausgebrochenen Unruhen steht. Auslöser war der Tod eines 17-Jährigen in einem Vorort von Paris. Er wurde von einem Polizeibeamten erschossen, als dieser ihn verhaften wollte. Daraufhin kam es zu zahlreichen Übergriffen auf öffentliche Gebäude – so auch in Marseille.

Die Evangelikalen des Landes hatten zum Gebet für die Angehörigen des getöteten Jungen aufgerufen und dafür, dass „die Gerechtigkeit ihren normalen Lauf nehmen möge“ und dass „die Ordnungskräfte, die mit der Gewalt konfrontiert sind, physisch und moralisch geschützt werden“.

Wie der Pastor der pfingstkirchlichen Gemeinde „Porte Ouverte Chrétienne“ (Offene Tür der Christen) in Mülhausen/Elsass, Samuel Peterschmitt, auf Nachfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA berichtete, ist es auch dort zu Unruhen gekommen. Nahe der Gemeinde sei ein Auto angezündet worden. Man habe mehrere Veranstaltungen absagen müssen. Ein Grund sei auch gewesen, dass ab 21 Uhr viele öffentliche Verkehrsmittel nicht mehr im Einsatz waren. Nach Kenntnis des Pastors ist es jedoch zu keinen Zerstörungen an Kirchengebäuden gekommen, obwohl sich freikirchliche Gemeinden häufig in sozialen Brennpunkten befänden.

Peterschmitt – er hat sechs Kinder und 18 Enkel – zeigte sich entsetzt über die Unruhen. Aus seiner Sicht sind sie Zeichen der immer stärkeren Säkularisierung Frankreichs und der damit einhergehenden Orientierungslosigkeit vieler junger Menschen im Land. Dass manche sich dem Islam zuwendeten und sich radikalisierten, sei leicht erklärbar: Diese Religion habe strenge Regeln, die Jugendliche in dieser unsteten Welt suchten. Er rief zum Gebet für sie und für ein Ende der Unruhen auf.

Auch christlicher Sozialverein betroffen

Wie der aus Deutschland stammende leitende Pastor der L'Église Protestante le Panier (EPP), Lukas Reichör (Marseille), IDEA berichtet, würde in Marseille sehr wohl eine Verbindung zwischen dem Übergriff und den Unruhen gesehen.

Reichör sei besonders traurig darüber, dass die Philadelphia-Gemeinde nicht nur verwüstet wurde, sondern auch Lebensmittel und andere Produkte wie Kleidung gestohlen. Ein der EPP angegliederter Sozialverein habe sich in der Philadelphia-Gemeinde eingemietet und dort jeden Freitag Bedürftige versorgt und Gebet angeboten. So helfe die EPP nun dabei, alles wieder aufzubauen.

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