Gesellschaft
Flut in Pakistan und Afghanistan: Christliche Werke helfen
08.09.2022

Islamabad/Kabul (IDEA) – Christliche Hilfswerke unterstützen die Opfer der schweren Überflutungen in Pakistan und Afghanistan. In Pakistan, wo ein Drittel des Landes Wasser steht, kamen laut Medienberichten bisher über 1.300 Menschen ums Leben, in Afghanistan rund 200. Hunderttausende sind ohne Obdach. „Unzählige Menschen haben alles verloren“, erklärte der Direktor von Shelter Now Germany, Udo Stolte (Braunschweig).
Das Werk will seine Nothilfe in beiden Ländern ausweiten. Es hat bisher 50 besonders bedürftigen Familien in der Stadt Quetta im Westen Pakistans das Überleben gesichert. Jetzt soll die Hilfe über eine Partnerorganisation intensiviert werden. Shelter Now plant, sich an der Nothilfe für 500 Familien in drei Provinzen zu beteiligen. Sie brauchten neben Zelten und Decken vor allem gekochte Mahlzeiten, Hygiene- und Küchenutensilien. Das Hilfswerk war bis 2016 selbst in Pakistan tätig.
In Afghanistan sollen in der Provinz Laghman im Grenzgebiet zu Pakistan 400 Familien unterstützt werden, die Haus und Habe durch die Fluten verloren haben. Shelter Now arbeitet seit 1988 in Afghanistan. Das Hilfswerk „Samaritan’s Purse – Die barmherzigen Samariter“ (Berlin) will vor allem Familien in der pakistanischen Krisenregion Peschawar helfen. Vorstand Sylke Busenbender rief ferner zum Gebet auf: „Bitte beten Sie für die betroffenen Menschen und die Helfer in der Region.“ Beide Organisationen finanzieren ihre Arbeit ausschließlich aus Spenden.

Pakistan: Eine Million Häuser zerstört
Angesichts der dramatischen Lage will auch das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) seine Unterstützung für die Menschen in Not verstärken. So wurde ein Luftbrücke eingerichtet. Vor allem in der von den Fluten besonders stark betroffenen Provinz Sindh im Süden Pakistans seien bisher kaum Hilfsgüter angekommen. Vorrangig werden laut UNHCR Schlafmatten, Küchen und Mehrzweckplanen gebraucht.
Der Geschäftsführer der christlichen Hilfsorganisation „humedica“, Johannes Peter (Kaufbeuren), sagt: „Die Situation ist dramatisch, noch schlimmer als bei der letzten großen Katastrophe im Jahr 2010“. Jeder siebte Pakistani sei von den Überflutungen betroffen. Die Organisation verteilt über einen lokalen Partner in den besonders betroffenen Regionen Sindh und Belutschista Lebensmittel und andere Güter, die die Menschen zum Überleben brauchen. Ärzte leisten zudem medizinische Hilfe in den Dörfern und in provisorischen Flüchtlingslagern.
Mehr als 6,4 Millionen Einwohner seien dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Fast 634.000 Menschen lebten in provisorischen Camps. Im ganzen Land wurden nahezu eine Million Häuser zerstört. Von den über 222 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 96 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen und 1,3 Prozent Hindus.
Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
IDEA liefert Ihnen aktuelle Informationen und Meinungen aus der christlichen Welt. Mit einer Spende unterstützen Sie unsere Redakteure und unabhängigen Journalismus. Vielen Dank.



