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Familiengericht entzieht Eltern Furdui vorläufig das Sorgerecht

23.02.2022

Die sieben Kinder mit der Mutter, Camelia Furdui. Screenshot: Facebook/Sustinem familia Furdui
Die sieben Kinder mit der Mutter, Camelia Furdui. Screenshot: Facebook/Sustinem familia Furdui

Walsrode (IDEA) – Das Familiengericht am Amtsgericht Walsrode hat den Eltern der rumänischen Familie Furdui vorläufig das Sorgerecht für ihre sieben Kinder entzogen. Bei den Betroffenen handelt es sich um Christen, die sich zu einer rumänischen Pfingstgemeinde in Hannover halten.

Wie der stellvertretende Direktor und Pressesprecher des Gerichts, Cord-Heinrich Gruß, der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA sagte, ist der Beschluss am 17. Februar „im Wege einer einstweiligen Anordnung“ gefällt worden. Zugleich sei das Jugendamt des Landkreises Heidekreis für alle Kinder zum Vormund bestellt worden. Er begründete dies mit der Gefährdung des Kindeswohls. Weitere Informationen könne er nicht geben, da es sich um ein nichtöffentliches Verfahren handele.

Eine Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht Walsrode ist für den 21. März angesetzt. Darin geht es um den Wunsch der Eltern, ihre Kinder zurückzuerhalten.

Seit April 2021 leben sechs Kinder in Wohngruppen

Zum Hintergrund: Nach Erkenntnissen des Jugendamtes in Bad Fallingbostel sollen die Eltern, das Ehepaar Camelia und Petru Furdui, ihre Kinder im Alter zwischen einem und 15 Jahren geschlagen und sie zum christlichen Glauben gezwungen haben. Deshalb wurden im April 2021 die Kinder durch das Jugendamt in Obhut genommen. Das jüngste Kind wird seitdem in einer Pflegefamilie, die anderen werden in zwei Wohngruppen betreut.

Der Fall hat inzwischen weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Es gab bisher 25 Solidaritätsdemonstrationen für die Familie, unter anderem in den USA, Belgien, England, Italien, Österreich, sowie in Rumänien und Deutschland.

Schwester der betroffenen Mutter: Keine Anhörung der Eltern

Die Schwester der Mutter, Paraschiva Bloju (Temeswar/Rumänien), zeigte sich gegenüber IDEA schockiert vom vorläufigen Sorgerechtsentzug. Die Richterin habe die Entscheidung ohne Anhörung der Eltern gefällt. Angeblich sei „Gefahr im Verzug“. Anlass sei, dass die Kinder nach der Schule immer wieder gerne ihre Eltern zu Hause besucht hätten. Doch nach Aktenlage entsprängen diese Besuche gar nicht dem Wunsch der Kinder, sondern sie würden dazu von den Eltern gedrängt. Dadurch könnten die Kinder nicht zur Ruhe kommen.

Nun habe das Jugendamt das Recht, diese Besuche zu verbieten, kritisierte Bloju. Sie ist skeptisch, dass die Eltern ein faires Gerichtsverfahren bekommen. Denn dem Jugendamt zufolge reflektierten sie ihren christlichen Erziehungsstil nicht genug und stellten sich im Internet und bei Demonstrationen als Opfer der Behörde dar. Bloju dazu: „Wir sind sprachlos.“

Landrat macht sich Sorgen – um seine Mitarbeiter

Unterdessen hat der Landrat des Heidekreises, Jens Grote (parteilos), die Demonstrationen und Kommentare in den Sozialen Medien gegen das Jugendamt kritisiert. Sie hätten ein Ausmaß erreicht, „bei dem ich mir über meine Mitarbeitenden Sorgen mache“, sagte er der „Walsroder Zeitung“. Eine Inobhutnahme sei nicht einfach und nie konfliktfrei. Er müsse es ertragen, dass man ihn und seine Behörde dafür kritisiere. Doch allen Beteiligten gehe es „um die Kinder und das Kindeswohl“.

Die Pressestelle des Heidekreises bestätigte gegenüber IDEA, dass die Aussagen authentisch sind.

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