Frei-/Kirchen
Emmerich: Katholischer Pfarrer beleidigt und bespuckt
18.09.2024

In Emmerich ist ein katholischer Pfarrer bespuckt und wiederholt rassistisch beleidigt worden. Seit vergangenem Jahr leitet der gebürtige Kongolese Égide Muziazia die katholische Pfarrei St. Vitus in der Stadt am Niederrhein.
Nach eigenen Angaben wurde er Ende April bespuckt und mit „Du Affe“ beleidigt. Er erstattete Anzeige, die Polizei ermittelte den Täter. Ende Juni bekam er die Mitteilung, dass das Verfahren eingestellt worden sei.
Weil sich in den vergangenen Wochen die Anfeindungen häuften, entschied der Geistliche, darüber in der Öffentlichkeit zu sprechen: „Ich habe ein Jahr lang geschwiegen und das Kreuz alleine getragen. Ich wollte den Menschen in meiner Gemeinde keinen Schaden zufügen, dass sie schlecht in der Presse dastehen, als wären sie eine rassistische Gemeinde.“
Er wolle an Menschen in der Pfarrei aber auch darüber hinaus appellieren, dass sie im Kampf gegen Rassismus, Hass und Fremdenfeindlichkeit zusammenstehen müssen.

Bischof Genn unterstützt Muziazia
Der katholische Bischof des Bistums Münster Felix Genn verurteilte die rassistischen Anfeindungen. In einer Stellungnahme schreibt er: „Jede Form von Rassismus ist widerwärtig, jeder rassistische Angriff ist ein Angriff auf die unantastbare Menschenwürde.“ Es brauche einen lauten Aufschrei der Menschenfreundlichkeit gegen diejenigen, die Fremdenfeindlichkeit und Rassismus propagieren.
Genn sichert Muziazia und allen, die von solchen Übergriffen betroffen seien, seine uneingeschränkte Solidarität zu. Weiter schreibt er: „Gott hat die Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen – das gilt für alle Menschen, unabhängig von ihrer Hautfarbe und ihrer Herkunft. In unserem christlichen Glauben gibt es keinen Platz für Hass, Intoleranz oder Rassismus. Auch in unserer Gesellschaft dürfen Rassismus, Hass und Intoleranz nicht toleriert werden.“
Übergriffe werden oft verschwiegen
Muziazia ist promovierter Theologe und lebt seit 2006 in Deutschland. 2011 wurde er zum Priester geweiht. Seit 2023 ist er Leitender Pfarrer der katholischen Pfarrei St. Vitus in Emmerich. Schon vor seiner Amtseinführung habe es Anfeindungen auf Facebook gegen ihn gegeben, erzählt er.
Laut dem Bistum Münster sind dort aktuell 150 Priester aus anderen Ländern in deutschsprachigen Pfarreien im Einsatz. Wie oft es zu rassistischen Übergriffen komme, lasse sich nicht sagen, da diese oft verschwiegen würden, etwa aus Scham oder Angst vor Ablehnung.
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