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EKD-Präses: Kirche braucht eine verständliche Sprache

24.06.2021

Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Anna-Nicole Heinrich. Foto: Peter Bongard
Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Anna-Nicole Heinrich. Foto: Peter Bongard

Hamburg (IDEA) – Die Kirche muss theologische Inhalte konkret und verständlich kommunizieren. Diese Ansicht vertrat die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Anna-Nicole Heinrich (Regensburg) in einem Interview mit der ZEIT-Beilage „Christ und Welt“ (Hamburg).

Bei der kirchlichen Kommunikation gebe es für viele Menschen sprachliche Hürden, sagte die Studentin. „Wir dürfen als Kirche nicht mehr so viel Wissen voraussetzen. Wenn wir eine Bibelstelle heranziehen, müssen wir auch sagen, was drinsteht und was uns das bedeutet.“ Theologie dürfe sich außerdem nicht nur auf eine verstandesmäßige Betrachtungsweise beschränken. Die rationale Ebene sei zwar wichtig, „aber wenn man auf ihr bleibt, geht manchmal etwas verloren“. Sie selbst glaube „mehr mit dem Herzen als mit dem Kopf“.

Als „Erste unter Gleichen“ leiten

Über ihr Amtsverständnis sagte die EKD-Präses, sie sehe sich vor allem als „Prima inter Pares“ (Erste unter Gleichen). Daher wolle sie in erster Linie schauen „wohin die Synode, das Kirchenparlament, will.“ Sie wolle den Personen in ihrem Umfeld Freiraum lassen, um Ideen eigenständig umzusetzen. Dennoch traue sie sich auch zu, die Führungsrolle zu übernehmen, wenn es nötig sei. Sie sei zwar jung, aber ein sehr strukturierter Mensch. So könne sie beispielsweise Sitzungen stringent leiten.

Wovon die Häufigkeit des Gebets abhängt

Wie viel sie bete, sei „sehr situationsabhängig“. In manchen Phasen bete sie jeden Abend für sich allein, in anderen sei sie zu beschäftigt, so Heinrich: „Da kann es mal zwei Monate vorkommen, dass ich nur im Gottesdienst oder in einer Andacht mitbete.“

Die großen Fragen verständlich machen

In dem Interview sagte Heinrich außerdem, sie sei die Erste in ihrer Familie, die studiert. Die 25-Jährige absolviert ein Masterstudium im Fach Digital Humanities (digitale Geisteswissenschaften) an der Universität Regensburg. Von ihrem nicht-akademischen Umfeld habe sie sich „nie bremsen lassen“. Sie sei schon immer wissbegierig gewesen und habe versucht, die Dinge wirklich zu verstehen. Im Studium habe sie vor allem der Philosoph Karl Jaspers (1883–1969) beeindruckt. Ihm sei es gelungen, Menschen die großen Fragen der Philosophie auf einfache Weise verständlich zu machen. Diesen Ansatz wolle sie als EKD-Präses auf theologische Themen übertragen, so Heinrich.

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