Frei-/Kirchen
EKD-Beschluss zum Tempolimit ist „moralisch überheblich“
16.11.2022

Bad Hersfeld (IDEA) – Kritik am Beschluss der EKD-Synode, bei kirchlichen Dienstfahrten ein Tempolimit von 100 km/h einzuhalten, hat die Pröpstin des Sprengels Hanau-Hersfeld der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Sabine Kropf-Brandau (Bad Hersfeld), geübt „Dahinter steht ein moralischer Zeigefinger“, sagte sie in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“. Wenn kirchliche Mitarbeiter aufgefordert würden, „noch langsamer zu fahren, als alle anderen es tun“, sei das „Ausdruck einer Gesinnungsmoral“.
Der EKD-Beschluss spreche „aus einer Warte der moralischen Überheblichkeit“. Sie dagegen wolle „mit den Menschen über das Evangelium und den Glauben ins Gespräch kommen und auch über die daraus resultierenden ethischen Folgerungen“. Die Pröpstin kritisierte, dass sich die Kirche manchmal nicht mehr von den Parteien unterscheide. Dabei sei es das Alleinstellungsmerkmal der Kirche, „mit den Menschen über Evangelium und Glaube ins Gespräch zu kommen“. Zur Aufgabe der Kirche sagte sie: „Wir müssen den Menschen wieder klarmachen, was die Botschaft des Evangeliums ist und was das für ihr Leben heißen kann. Auch in diesen schwierigen Zeiten kann der Glaube ein tragendes Fundament sein.“
Gegen Anbiederung an Protestgruppe „Letzte Generation“
Kritisch äußerte sie sich auch über den Auftritt einer Vertreterin der Klimaprotestgruppe „Letzte Generation“ vor der EKD-Synode. Dass sich die EKD mit der „umstrittenen Bewegung“ solidarisiere, halte sie für einen Fehler: „Das wirkt auf mich wie der verzweifelte Versuch der Anbiederung an eine Bewegung, die ihr legitimes Ziel mit Mitteln durchzusetzen versucht, die ich für falsch und gefährlich halte.“ In der kurhessen-waldeckischen Kirche gibt es drei Propsteien. Die EKKW hat knapp 750.000 Gemeindemitglieder in 690 Gemeinden.
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