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Menschenrechte

Eine „leprafreie Welt“ ist noch weit entfernt

27.01.2022

Die Organisation „DAHW – Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe“ engagiert sich weltweit für eine „leprafreie Welt“. Foto: www.dahw.de
Die Organisation „DAHW – Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe“ engagiert sich weltweit für eine „leprafreie Welt“. Foto: www.dahw.de

Würzburg/Essen (IDEA) – Auf der südlichen Erdhalbkugel erkranken immer noch jährlich rund 200.000 Menschen an Lepra. Darauf hat die Organisation „DAHW – Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe“ (Würzburg) anlässlich des Welt-Lepra-Tages am 30. Januar hingewiesen.

Für Betroffene könne die Infektionskrankheit schwerste Behinderungen, Ausgrenzung und Armut zur Folge haben, erklärte der Geschäftsführer des seit 65 Jahren bestehenden Hilfswerkes, Burkard Kömm. Wie es in einer Mitteilung heißt, ist das Ziel einer „leprafreien Welt“ noch weit entfernt.

Die Corona-Pandemie habe einige Fortschritte wieder zunichte gemacht. Allerdings gebe es Anlass zur Hoffnung. So habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) neue Strategien definiert, um Lepra und weitere vernachlässigte Tropenkrankheiten bis 2030 weltweit auszurotten.

Dazu sei es jedoch notwendig, ausreichend Personal und Ressourcen bereitzustellen, um dieses Ziel zu erreichen. Lepra gilt als älteste bekannte Infektionskrankheit der Menschheit. Die Erkrankung kommt schon in der Bibel als Aussatz vor.

Christliches Hilfswerk „wortundtat“ hilft Betroffenen in Indien

Das Hilfs- und Missionswerk „wortundtat“ (Essen) engagiert sich seit 45 Jahren für Leprakranke im indischen Bundesstaat Andra Pradesh. Damals entstanden Lepradörfer, in denen Erkrankte betreut wurden und – soweit möglich – Arbeit fanden. Heute gebe es noch zwei Projekte, die sich dieser Arbeit widmen, teilte Pressesprecher Ulrich Effing auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA mit.

Betreut würden vor allem ältere Menschen, die durch die fortgeschrittene Krankheit so geschädigt seien, dass sie dauerhaft auf Hilfe angewiesen sind. Effing: „wortundtat hat frühzeitig darauf gesetzt, durch Vorbeugung und rechtzeitige Erkennung von Krankheitssymptomen schwere Verläufe und Ansteckungen zu verhindern.“

Das Werk habe mit den regionalen Gesundheitsbehörden zusammengearbeitet, um entsprechende Medikamente an Betroffene zu verteilen. Lepra sei damit als Problem in der Region Andra Pradesh in den Hintergrund gerückt. Inzwischen liege der Schwerpunkt der Arbeit auf Schul- und Ausbildung, allgemeiner medizinischer Betreuung und Katastrophenhilfe.

„wortundtat“ unterstützt nach eigenen Angaben über 250.000 Bedürftige in Indien, Tansania, Moldawien, Griechenland und Deutschland. Gründer war der Unternehmer Heinz-Horst Deichmann (1926–2014). Seit dessen Tod führen sein Sohn Heinrich Deichmann und die Familie die Arbeit fort – getreu dem Motto: „Gott liebt die Menschen. Wir zeigen es ihnen – in Wort und Tat!”

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