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Glaube

Die Geister unterscheiden in der Informationsflut

22.05.2023

Der Geschäftsführer des Fontis Verlags, Dominik Klenk, beim Freundestag der ökumenischen Kommunität „Offensive Junger Christen“. Foto: OJC/Meike Bütow
Der Geschäftsführer des Fontis Verlags, Dominik Klenk, beim Freundestag der ökumenischen Kommunität „Offensive Junger Christen“. Foto: OJC/Meike Bütow

Reichelsheim (IDEA) – Christen sollten ihre Fahne nicht in den Wind hängen. Dazu hat der Geschäftsführer des Fontis Verlags, Dominik Klenk (Basel), beim Freundestag der ökumenischen Kommunität „Offensive Junger Christen“ (OJC/Reichelsheim im Odenwald) aufgerufen. Vor rund 400 Besuchern erklärte der frühere Prior der Kommunität, globale Krisenzeiten polarisieren die politischen Debatten und schaffen ein Klima der Angst und Orientierungslosigkeit.

Auch Christen stünden in der Gefahr, die eigenen Überzeugungen an gängigen Meinungsangeboten auszurichten: „In der überbordenden Flut von Informationen braucht es die Gabe, die Geister zu unterscheiden. Das können wir nur, wenn wir in der Lage sind, mit unseren Meinungen am Bekenntnis, an die Einsichten, Zeugnisse und Überzeugungen der Väter und Mütter im Glauben anzuknüpfen und uns fest im Wort Gottes zu verankern.“ Nur dann werde man Salz und Licht sein. Auf dieser Basis könnten und sollten Christen sich einmischen, so Klenk.

Prior Mascher: Wir brauchen entschiedenes Christsein

Der jetzige Prior der OJC, Konstantin Mascher, sagte, man brauche in diesen verwirrten Zeiten ein scharfes Schreibwerkzeug. Die größte Bedrohung für Christen sei ein Christsein, das stumpf und unwirksam ist: „Wir brauchen entschiedenes Christsein.“

Dazu gehöre auch eine ehrliche Fehlerkultur: „Das Ziel eines Christen ist nicht, Fehler zu vermeiden, sondern aus ihnen zu lernen. Das Ziel ist es nicht, alles richtig zu machen, sondern aufrichtig zu bleiben.“ Christen könnten sich keine Unaufrichtigkeit leisten, betonte Mascher. Sie zerstöre die geistliche Gemeinschaft in Gemeinden: „Die Welt hat von unseren Richtigkeiten keinen Gewinn, sondern von unserer errungenen Aufrichtigkeit.“

Propst: Kirche ohne Gottesbezug hat keine Zukunft

Propst Stephan Arras (Darmstadt) erläuterte, dass keine Maßnahme das Schrumpfen der Kirche bisher habe aufhalten können. Strategien, die die Kirche menschlicher, politischer oder professioneller machten, blieben weitgehend wirkungslos, sagte Arras. Eine Kirche ohne Gottesbezug habe keine Zukunft: „Wir müssen mit der kleinen, aber lebendigen Kirche rechnen, die sich ökumenisch verbündet und die Kommunitäten stärker einbezieht“, so der Theologe.

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